Werk in St. Petersburg
GM baut Fabrik in Russland

Wenige Wochen nach dem Autokonzern VW gibt auch der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) den Startschuss für eine eigene Fabrik in Russland. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird GM-Boss Rick Wagoner entsprechende Pläne für das Werk St. Petersburg heute verkünden.

hz FRANKFURT. Das russische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung hatte bereits eingeräumt, die Unterzeichnung eines Abkommens mit GM stünde kurz bevor.

Das neue Werk in St. Petersburg ist die erste Fertigungsstätte in Russland, an der GM 100 Prozent halten wird. Bisher betreibt GM ein Joint Venture mit dem russischen Lada-Mutterkonzern Avtovaz. Außerdem lässt das Unternehmen von einem Hersteller in Kaliningrad Autos montieren, deren Teile allerdings außerhalb Russlands vormontiert werden. Auf die bestehenden Kooperationen werde die neue Fabrik keine Auswirkungen haben, hieß es. Nach Informationen aus Branchenkreisen will GM rund 100 Mill. Euro in die Fabrik mit einer angestrebten Jahresproduktion von 25 000 Stück investieren.

GM will ebenso wie VW mit den Investitionen stärker vom schnell wachsenden Markt in Russland profitieren. Der US-Konzern steigerte nach eigenen Angaben seinen Absatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 41,7 Prozent. Nach einer Erhebung von Price Waterhouse Coopers sind 2005 etwa 410 000 neue Importautos in Russland verkauft worden, 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt kauften die Russen im Jahr 2005 1,2 Millionen Autos – das entspricht bereits dem Volumen des spanischen Marktes. Russland verspricht damit höhere Wachstumsraten als Westeuropa und gewinnt für Autobauer an Attraktivität.

Letzten Monat hatte Volkswagen Pläne besiegelt, rund 370 Mill. Euro in eine neue Fertigungsstätte in der russischen Kaluga-Region zu investieren. Der japanische Hersteller Toyota hatte bereits im vergangenen Jahr mit dem Bau einer neuen Fabrik bei St. Petersburg begonnen. Auch Nissan kündigte den Bau einer Fertigungsstätte an, Daimler-Chrysler dagegen legte entsprechende Pläne vorerst auf Eis, weil der Autobauer mit den russischen Behörden keine Einigkeit über die Konditionen erzielte. Neben der wachsenden Nachfrage nach ausländischen Neuwagen lockt die internationalen Autobauer auch die Aussicht, mit eigenen Produktionsanlagen die hohen Importzölle des Kreml zu umgehen.

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