Werk Pamplona
VW setzt offenbar Belegschaft unter Druck

Volkswagen droht der Belegschaft im spanischen Werk Pamplona offenbar mit dem Abzug der „Polo“-Produktion, sollten die Beschäftigten im Streit um Schichtzulagen nicht einlenken. Damit wäre die Fabrik wohl insgesamt in Gefahr.

HB WOLFSBURG. In einem Brief an die Belegschaft in der spanischen Region Navarra hätten die Volkswagen-Verantwortlichen mit dem Abzug von Produktionskapazitäten gedroht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person. Ein VW-Sprecher sagte dazu nur: „Wir spekulieren nicht über die Zukunft unserer Werke.“

Der VW-Vorstand hatte Ende April beschlossen, zusätzliche Kapazitäten für den Polo in anderen Werken zu schaffen, etwa in der slowakischen Hauptstadt Bratislava, wo der Polo bisher schon produziert wird. Das könne das Ende des Werkes in Pamplona bedeuten, wo 4 400 Mitarbeiter im Normalfall bis zu 1 400 Kleinwagen pro Tag bauen, zitiert Reuters seinen Informanten.

In den vergangenen Wochen war es in Pamplona zu Streiks gekommen, mit denen die Beschäftigten gegen die Kürzung von Schichtzulagen protestierten. 15-monatige Tarifverhandlungen waren im März gescheitert.

In der vergangenen Woche hatte Volkswagen bereits angekündigt, bei seiner Tochter in Brasilien die Lohnkosten drastisch verringern zu wollen. Die brasilianische Metallarbeitergewerkschaft rechnet mit der Entlassung von 6 000 der 22 000 Beschäftigten. Schon vor drei Jahren hatte VW in Brasilien 4 000 Jobs abgebaut, weil der Konzern sich in der Kapazitätsplanung verschätzt hatte.

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