Werk Rüsselsheim

Keine Astra-Produktion mehr in Deutschland

Opel steht vor einer Zeitenwende: Das Stammwerk Rüsselsheim verliert die Produktion des Modells Astra. Der Mutterkonzern General Motors hat die Werke offenbar gegeneinander ausgespielt.
Update: 17.05.2012 - 13:21 Uhr 16 Kommentare

Opel baut Astra nicht mehr in Deutschland

RüsselsheimOpel wird sein Erfolgsauto Astra künftig nicht mehr in Deutschland bauen. Das wichtigste Modell des kriselnden Autoherstellers wird von 2015 an aus dem Stammwerk Rüsselsheim abgezogen und nur noch im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice vom Band laufen, wie Opel am Donnerstag mitteilte. Der Standort Rüsselsheim soll aber auch nach Auslauf des aktuellen Astra voll ausgelastet werden. Konkrete Angaben zur Zukunft des Werks in Bochum machte Opel nicht.

Zuvor hatten die Beschäftigten im Werk der Opel-Schwestermarke Vauxhall in Ellesmere Port bei Liverpool einem neuen Tarifvertrag mit Lohnverzicht zugestimmt. Damit war der Weg frei für die Vergabe der neuen Astra-Produktion nach Großbritannien. Dort sollten 700 neue Stellen entstehen, erklärte Opel.

Ellesmere Port und Gliwice würden "die Eckpfeiler unserer Produktion in Europa", sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. Dafür will der US-Mutterkonzern General Motors (GM) insgesamt 300 Millionen Euro in beide Werke investieren.

In Rüsselsheim werde die Produktion des Astra nach dem Auslaufen des jetzigen Modells nicht fortgesetzt, erklärte Opel. Dennoch sei beabsichtigt, das Stammwerk weiter voll auszulasten. "Ein wettbewerbsfähiges Werk Rüsselsheim spielt eine wichtige Rolle in unserer Wachstumsstrategie", sagte Stracke.

Über die notwendigen Maßnahmen zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit will die Firmenleitung nun mit den Arbeitnehmervertretern reden. Offen ist, ob dafür Zugeständnisse der Belegschaft wie in Ellesmere Port nötig sind. Details wolle Opel derzeit noch nicht öffentlich diskutieren, sagte Firmensprecher Stefan Weinmann. "Ich möchte den Gesprächen nicht vorgreifen", erklärte er.

Was das Astra-Aus in Rüsselsheim für die gut 3.000 Beschäftigten im Opel-Werk Bochum bedeutet, bleibt unklar. Die Entscheidung zur Verlagerung der Astra-Produktion ins Ausland bedeute für Bochum zunächst nichts, sagte Weinmann. Das Werk sei mit dem neuen Zafira gut ausgelastet. Am kommenden Montag wolle Opel-Chef Stracke an einer Belegschaftsversammlung in Bochum teilnehmen.

Werke gegeneinander ausgespielt
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16 Kommentare zu "Werk Rüsselsheim: Opel produziert den Astra nicht mehr in Deutschland"

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  • Kann es sein dass auch andere Länder Beschäftigung brauchen.
    Gut, dass die Griechen lieber faulenzen las arbeiten tun haben uns die deutsche Medien genug eingebläut und inzwischen weißt das jeder (deutscher) Idiot, aber die andere, z.Bsp. Spanier 25% Arbeitslose, wollen die jetzt auch arbeiten?
    Na so was! Das wäre ein Ding!

  • Wieder einer, der gegen Arbeitnehmer (Angestellte und Arbeiter) hetzt! Warum weigern Sie sich bzw. sind gewillt gewillt gegen die Wahnsinnsbezüge der Politiker und Manager zu kämpfen? Warum fordern Sie nicht von diesen Ersatzpflicht imn. in 10-facher Höhe?

  • Wenn nicht sein kann was nicht sein darf braucht man keine Argumente um eine argumentative These zu wiederlegen ?
    Den text hätten sie sich sparen können !

  • Freitag vor Pfingsten hole ich meinen letzten Opel ab.
    Offenbar will GM auf den Spuren von Nokia wandeln.

  • Opel Bochum Schließung! Ist schon eine beschlossene Sache!

    Die Qualitätsprobleme und das negative Image der letzten Jahre setzt den Autobauer zu! Der Konkurrenz sowie der Preiskampf auf den europäischen Automarkt verschärft die Situation und bestraft die Fehler der letzten Jahre! Der Massenmarkt ist hart umkämpft, und die neuen Stars heißen Hyundai, Kia, und Chevrolet!

    Da kann Opel dem nichts entgegen setzten!

  • Das Ende naht! Zum Glück haben wir noch unsere Energieelite, welche uns allen die Glückseeligkeit in Form von Atomstrom bringt.

    So viel Unwissenheit hat kaum einer so stur dargeboten!

    Opel ist zum Spielball von GM geworden! Ebenso wurde Seat zum Spielball von VW. In Spanien wurden Werke geschlossen und in der Slowakei wieder aufgebaut. So geht es jetzt auch Opel Deutschland.

    Vielleicht kann ja Energieelite auf dem Gelände der Werkshallen von Opel neue Atomkraftwerke errichten, dann strahlen auch die Opelaner wieder.

  • Das Tochterunternehmen von GM war Insolvent. Es wurde eine Insolventsverschleppung damals von der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt ansonsten hätte ein Insolventsverwalter Opel verwaltet und eine evtl. eine neue Chance erhalten.

    Jetzt können wir nur noch zuschauen.

    Es ist unbestritten das in Westeuropa zu viele Autowerke in Betrieb sind. Dabei sind es vor allen die ausländischen Automarken wie GM/Opel und Fiat die unter Überkapazitäten leiden.

    Darum ist es wahrscheinlich, daß die Franzosen, Amerikaner und die Italiener jeweils ein Werk in Westeuropa schließen werden.

    Rüsselsheim ist also schon gesetzt.

  • Für ein amerikanisches Unternehmen ist es egal, in welchen Teil eines Wirtschaftsraumes die Autos produziert werden (Gleiwitz, Rüsselsheim oder Ellesmere Port/GB).

    Die Schaffung eines „gemeinsamen Marktes/EU“ führt dann zu einer schnelleren Verlagerung von Produktionskapazitäten innerhalb dieses Wirtschaftsraumes besonders durch die unterschiedlichen Produktionskosten und den jeweiligen sozialen Standards.

    Diese Verlagerung ist natürlich zu schnell und die einzelnen Länder in diesen Wirtschaftsraum können sich nur durch „soziale Verwerfungen“ innerhalb dieses Raumes anpassen.

    Ansonsten bezahlen sie es kurzfristig durch eine höhere Arbeitslosigkeit und Migration.

  • Man fragt sich langsam wirklich warum Autos nicht so konstruiert werden,dass sie in einer vollautomatischen Fabrik produziert werden können, ohne Menscheneinsatz. Dies sollte langsam Standard für den gesamten Güterproduktionsbereich werden.

  • Desweiteren wird sich der polyglotte Xenophob auch künftig darin gefallen, seine Autos von Tagelöhnern in China, Rumänien, oder Bulgarien, ja auch dahin fließen EU Mittel für die Errichtung neuer Industriestandorte, zusammenbasteln zu lassen. Was in Managementetagen ganz en vogue wirkt: Keine Leistung mehr zu liefern, sondern die anderen zahlen zu lassen für seine unternehmerische Unfähigkeit.
    Sehr fein.

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