Werkausbau
BMW rollt US-Markt auf

Rund eine Milliarde Euro hat BMW in den Ausbau seiner Standorte in den USA investiert, und das soll sich lohnen. "Die USA bleiben in absehbarer Zeit der weltweit größte Premium-Markt", sagte Firmenchef Reithofer bei der Eröffnung des erweiterten Werks in Spartanburg. Dort werden Geländewagen gebaut.
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HB SPARTANBURG/MüNCHEN. Europa hat als Produktionsstandort für BMW-Geländewagen weitgehend ausgedient. Die meisten der Fahrzeuge rollen ab sofort in den USA vom Band und werden von dort aus in alle Welt exportiert. Mit der Eröffnung der neuen X3-Fertigung kommt nun auch die mittelgroße Baureihe aus dem Werk Spartanburg in South Carolina. Dort werden bereits die größeren Modelle X5 und X6 hergestellt. Einzig der kleine X1 wird noch in Deutschland im Werk Leipzig zusammengeschraubt.

„Die USA bleiben in absehbarer Zukunft der weltweit größte Premiummarkt“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Mittwoch zum Ausbau von Spartanburg. Für BMW ist der Markt besonders wichtig – nirgendwo anders auf der Welt verkaufen die Bayern mehr Autos. Besonders Geländewagen sind beliebt: Das Land ist groß und die Spritpreise sind niedrig.

BMW hat sich den Neubau der Montagehalle für die frische X3- Generation sowie eine Erweiterung von Karosseriebau und Lackiererei insgesamt 750 Mio. Dollar (540 Mio Euro) kosten lassen. Zwei Jahre lang wurde gebaut in Spartanburg, wo BMW seit 1994 sein erstes und einziges Werk im Land unterhält. Durch den Ausbau können ab 2011 jährlich bis zu 240 000 Autos die Hallen verlassen, bislang waren es 160 000.

Erst jüngst hatte der neue X3 Premiere gefeiert. Das Vorgängermodell, das sich seit der Einführung vor sechs Jahren zu einem Verkaufsschlager entwickelt hatte, lief beim Zulieferer Magna- Steyr im österreichischen Graz vom Band. Dort wird jetzt der neue kleine Geländewagen Mini Countryman gebaut. Das US-Werk Spartanburg hatte mit der wichtigen BMW-3er-Reihe begonnen und später auch die Sportwagen Z3 und Z4 produziert.

Das ausgebaute Werk soll BMW helfen, die meistverkaufte europäische Premiummarke in den USA zu bleiben. Vor allem in den großen Städten an der Ost- und Westküste sind die Wagen mit der Niere begehrt. Seit Jahresanfang verkauften die Bayern mehr als 157 000 BMW in den Staaten, doch Mercedes holte deutlich auf und liegt nur noch knapp dahinter. Audi wird in den USA derzeit nur etwa halb so viele Wagen los wie die beiden Konkurrenten, wächst aber rasant.

Alle drei Hersteller haben sich von der schweren Absatzkrise des vergangenen Jahres recht gut erholt und versprechen sich langfristig prächtige Geschäfte in den Staaten. Auch Mercedes produziert in dem Land, der Audi-Mutterkonzern Volkswagen baut gerade eine eigene Fabrik. Die Lohnkosten sind niedriger als in Deutschland. „Mit dem Ausbau unserer US-Aktivitäten werden wir am erwarteten Wachstum des Marktes teilnehmen“, sagte BMW-Chef Reithofer.

Die neue X3-Produktion schafft zusätzlich 1 600 Arbeitsplätze. Insgesamt werden in Spartanburg künftig 7 600 Menschen arbeiten. Hinzu kommen die vielen Zulieferer, die sich in der Region angesiedelt haben. Drei von vier Autos, die in Spartanburg hergestellt werden, verlassen das Land aber gleich wieder. Das macht BMW zu einem der größten Autoexporteure der USA.

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