Werkstatt-Kette Pep Boys

Icahn sticht Bridgestone aus

Eigentlich war Bridgestone sich mit Pep Boys-Manny so gut wie einig. Doch dann hat Carl Icahn ein besseres Angebot im Bieterwettbewerb um die US-Kette vorgelegt. Der japanische Reifenhersteller gibt sich geschlagen.
Update: 30.12.2015 - 19:07 Uhr
Der US-Investor ist für sein aggressives Auftreten bekannt. Quelle: Reuters
Carl Icahn

Der US-Investor ist für sein aggressives Auftreten bekannt.

(Foto: Reuters)

BangaloreUS-Investor Carl Icahn hat sich bei der Übernahme der US-Werkstatt- und Fachmarktkette Pep Boys-Manny durchgesetzt. Eine Milliarde Dollar legt Icahn Enterprises auf den Tisch, wie beide Unternehmen am Mittwoch bekanntgaben. Nur kurz zuvor hatte sich der japanische Reifenhersteller Bridgestone geschlagen gegeben und angekündigt, kein Gegengebot zur Offerte von Icahn abgeben zu wollen. Eigentlich hatte Pep Boys das Angebot der Japaner schon akzeptiert, die Zusage aber vor wenigen Tagen zurückgezogen, weil Icahn Bridgestone überbot.

Der Milliardär Icahn hatte vor kurzem bereits einen Anteil von gut zwölf Prozent an Pep Boys gekauft. Die Kette betreibt 800 Niederlassungen in den USA. Pep Boys passe sehr gut zu Auto Plus, einem Händler für Ersatzteile, den er im Juni gekauft habe, erklärte Icahn. Seine Investmentgesellschaft konzentriert sich angesichts sinkender Ölpreise zunehmend auf die Autobranche. Die Sparte ist nach Umsatz die zweitgrößte der Firma. Fast die Hälfte der Erlöse kamen 2014 aus der Energiebranche.

Carl Icahn steigt bei Netflix aus
Schon der Name Icahn verheißt Aktienbewegung
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Wenn der Name Carl Icahn fällt, ist Aufruhr an der Börse programmiert. Schon eine leise Erwähnung des Star-Investors kann einer Aktie zum Höhenflug verhelfen, oder sie zu Boden sinken lassen. Der Grund: Icahn ist ein äußerst aktiver Investor, der nicht davor zurückschreckt, sich mit Vorständen öffentlich über die Strategie zu streiten.

So profitierte die Online-Kontaktbörse LinkedIn von seinem Namen. Der Investmentblog valuewalk.com meldete, dass Icahn sein Portfolio um die Aktien des Online-Dienstes erweitern wolle. Sofort schossen die LinkedIn-Papiere um bis zu 3,6 Prozent nach oben auf 205 US-Dollar pro Aktie.

Gewinn mit Netflix
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Ein Händchen für ein lohnendes Investment hat Carl Icahn beim Kauf des Online-Videodienstes Netflix bewiesen. 2012 kaufte der Milliardär die Aktien des Online-Streaming-Dienstes für gerade einmal 53 US-Dollar das Stück. Ende 2013 verkaufte der Investor die Hälfte seiner Aktien für das Siebenfache und machte damit rund 800 Millionen Dollar Gewinn. Am 24. Juni 2015 verkündete er per Twitter, seine letzten Aktien verkauft zu haben. Der Netflix-Kurs an diesem Tag: 690 Dollar.

Er begründete den Ausstieg damit, dass ein Technologiekonzern heute die gleichen Chance wie beim damaligen Einstieg Netflix. Der Technologiekonzern sei ...

Apple
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... Apple. Im Juni 2015 kostet ein Anteilsschein des iPhone-Herstellers 129 US-Dollar. Hoffnungslos unterbewertet sei das, beschwert sich Icahn immer wieder. Er traut Apple zu, ein Marktvolumen von zwei Billionen Dollar zu beherrschen und schätzt den Wert des Konzerns auf 1,4 Billionen Dollar – das ist doppelt so viel wie die Marktkaptialisierung Mitte 2015.

Der Invesotr hält nach eigenen Angaben 53 Millionen Apple-Aktien im Wert von rund 6,8 Milliarden Dollar und ist einer der zehn größten Aktionäre des IT-Konzerns. Sein Wort hat Gewicht: Auf Druck von Icahn stockte Cook bereits das in 2014 aufgelegte, schuldenfinanzierte Aktienrückkaufprogramm von 90 Milliarden auf 140 Milliarden Dollar auf und hob die Dividende um elf Prozent an.

Der Schreck von Tim Cook
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In der Branche ist Carl Icahn dafür bekannt, dem Kurs der einen oder anderen Aktie lautstark auf die Sprünge zu helfen – meist zum großen Ärger der Konzernmanager. Den Druck auf Apple-Chef Tim Cook (links) hatte er per offenem Brief erhöht.

Paypals Split von Ebay geht auf Icahns Konto
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Eine weitere Schlacht hat der Investor im Jahr 2014 gewonnen. Damals zwang er den Ebay-Chef John Donahoe in die Knie und erwirkte die Abspaltung des Online-Bezahldienstes PayPal sowie den Rücktritt des CEOs.

PayPal sollte im zweiten Halbjahr 2015 an die Börse gebracht werden. Der größte Profiteur des Deals ist wohl Carl Icahn selbst. Laut der amerikanischen Börsenaufsicht hält er rund 30 Millionen Ebay-Aktien.

Der Hauptgewinn gehört dem Großinvestor
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Für die Aktionäre mag der Verkauf von PayPal günstig sein. Der Wert des Unternehmens wird von Analysten auf rund 60 Milliarden Dollar geschätzt. Das Unternehmen hat ein Geschäftskonzept, um das sich Internet-Giganten Apple und Google reißen. Somit ist ein Zusammenschluss mit einem der Großen nicht ausgeschlossen – und für die Aktionäre profitabel.

Weniger profitabel ist der Börsengang für viele Mitarbeiter von Ebay. Das Unternehmen kündigte an, im Vorfeld des PayPal-IPOs 2400 Mitarbeiter – rund sieben Prozent der gesamten Belegschaft – zu entlassen.

Anlage-Flopp
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Doch auch ein Starinvestor kann eine Chance verpassen. Denn die erste Hälfte seiner Netflix-Aktien hatte er noch vor einem großen Kurssprung der Papiere verkauft. Icahns Sohn, Brett, der ebenfalls Investor ist, machte da den besseren Deal. Anders als sein Vater behielt er die günstig gekauften Netflix-Papiere.

Icahn ist für sein aggressives Auftreten bekannt. So hat er sich beim Versicherer American International Group beteiligt und fordert eine Aufspaltung des Konzerns. Bei Apple drang er auf eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms.

An der Börse gaben die Pep-Boys-Aktien in einem negativen Umfeld drei Prozent nach, die von Icahn Enterprises zwei Prozent.

  • rtr
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