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13.05.2008 

Rolls-Royce will das Material zunächst für die Schaufelräder im Hochdruckverdichter einsetzen. Das ist jenes Triebwerksteil, das die angesaugte Luft komprimiert und in die Brennkammer jagt. Ein solcher Verdichter besteht aus etwa zehn Schaufelkränzen, den Stufen. Die vorderen sind bereits aus leichtem Titan gebaut. Die hinteren aber sitzen zu nahe an der Brennkammer und werden aus schweren hitzeresistenten Nickellegierungen gefertigt.

Hier kommt künftig Titanaluminid zum Einsatz, denn es ist leichter als Nickel und hitzebeständiger als Titan. Pro Stufe rechnet Roth-Fagaraseanu mit einer Gewichtsersparnis von über einem Kilogramm. Bei einem Triebwerksgewicht von vier Tonnen erscheint das gering. Doch Fluggesellschaften sind froh über jedes eingesparte Kilo. "Und leichtere Schaufeln ziehen weitere Gewichtsreduktionen nach sich", sagt Roth-Fagaraseanu. "Die Fliehkräfte verringern sich, die gesamte Konstruktion kann leichter ausgelegt werden."

Auch für Teile des Turbinengehäuses will Rolls-Royce nun Titanaluminid nutzen. Derzeit testet das Unternehmen erste Schaufelräder aus dem Material auf einem Prüfstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart. Wann sie in Serie gehen, ist jedoch noch offen.

Nach den Erfolgen im Flugzeugbau könnte Titanaluminid weitere Branchen erobern. Das Material findet sich bereits in Formel-1-Boliden. Und der Fahrzeughersteller Mitsubishi verbaut eine Legierung in einer exklusiven Fahrzeug-Serie - für Turboladerräder im Modell Lancer Evolution. Das Potenzial ist deutlich größer. Wo hitzebeständiges, leichtes Material gefragt ist, könnte Titanaluminid bald der Werkstoff der Wahl sein. Der Geesthachter Forscher Oehring hat schon diverse Anfragen erhalten - unter anderem von Maschinenbau-Unternehmen.

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