Werkzeugmaschinenbauer
Gildemeister erwartet weiter Rekordgewinn

Gildemeister hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Aber der Werkzeugmaschinenbauer rüstet sich für schwierige Zeiten: 2009 werde deutlich schwächer werden. Außerdem verhängt Gildemeister einen Einstellungsstopp und trennt sich von Leiharbeitern.

HB DÜSSELDORF. Die Erlöse seien um 40 Prozent auf 511,7 Mio. Euro gestiegen, teilte der Bielefelder Konzern am Donnerstag mit. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte auf 44,8 Mio. von 25,4 Mio. Euro vor Jahresfrist. Netto verdiente Gildemeister 23,8 (Vorjahreszeitraum: 10,5) Mio. Euro. Der Konzern bekam im dritten Quartal allerdings die Investitionszurückhaltung zu spüren. Der Auftragseingang lag mit 459,4 Mio. Euro rund 90 Mio. Euro unter dem Wert vor Jahresfrist.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand seine bereits angehobenen Planungen, bezeichnete diese aber wegen der Finanzmarktkrise als ambitioniert. Vor und nach Steuern soll der Gewinn um 50 Prozent steigen. Der Umsatz soll auf mehr als 1,85 (Vorjahr: 1,56) Mrd. Euro zulegen. Der Auftragseingang soll über dem Vorjahreswert liegen. Ziel war, die Zwei-Milliarden-Euro-Marke erstmals zu knacken.

Der seit Jahren erfolgsverwöhnte Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister stellt sich auf schlechtere Zeiten ein. "2009 wird deutlich schwächer werden, dafür ist zu viel ins Stocken geraten", sagte Konzernchef Rüdiger Kapitza in einem Gespräch mit Reuters. Die Bestellungen aus Asien lägen zwar unverändert hoch, wegen Finanzierungsschwierigkeiten seien aber die Geschäfte in Osteuropa ins Stocken geraten.

Vor diesem Hintergrund habe der Vorstand einen Einstellungsstopp verhängt. Zudem werde die Zahl der Leiharbeiter, die aktuell bei 600 liege, im kommenden Jahr wohl reduziert. Auch die für 2008 geplante Dividendenerhöhung werde überprüft. "Möglicherweise ist es sinnvoller, die Rücklagen für schlechtere Zeiten zu stärken", sagte Kapitza. Eine konkreter Prognose für 2009 wollte er nicht abgeben.

"Derzeit arbeiten wir mit einer Auslastung von 100 Prozent", betonte Kapitza. "Wir brauchen jeden Mann." Der Umsatz werde in diesem Jahr mit 1,85 Mrd. Euro um 50 Mio. höher ausfallen als geplant. Allerdings verabschiedete er sich von dem Ziel, in diesem Jahr beim Auftragseingang erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze zu knacken. Es sollen mehr als 1,95 Mrd. werden, sagte Kapitza.

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