Westerwelle
EADS-Fusion wird zwischen Ländern abgestimmt

Paris und Berlin wollen sich laut Außenminister Westwelle in Sachen EADS engstens abstimmen. Im Kern geht es um die Fusion mit dem britischen Konkurrenten BAE Systems. Gespräche mit allen Parteien dauerten an, heiß es.
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MülheimDeutschland und Frankreich stimmen sich in der Frage einer möglichen Fusion des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS mit seinem britischen Konkurrenten BAE Systems „engstens ab“. Dies versichterten Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag nach einem Treffen mit ihren französischen Kollegen im baden-württembergischen Müllheim. „Wir sind noch mit allen im Gespräch“, sagte Westerwelle. Einzelheiten könne er „zur Stunde“ nicht sagen. „Wir wollen keinen Anlass zu Spekulationen geben.“

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian bezeichnete die Fusionspläne als „sehr interessant und verführerisch“. Die Fragen seien aber auch „sehr komplex“. Es gebe einen „deutsch-französischen Dialog“ mit dem Ziel, zu einer gemeinsamen Haltung zu kommen.

De Maizière fügte hinzu, er sei innerhalb einer Woche drei Mal mit Le Drian zusammengetroffen. Die Frage, ob Paris und Berlin bereits eine Übereinstimmung erzielt haben, ließ er unbeantwortet. Es werde über das Thema bereits „viel zu viel geredet, auch von interessierter Seite“. Ziel der öffentlichen Äußerungen sei es, entweder ein Ergebnis zu erzielen, oder aber ein Ergebnis „kaputt zu machen“.

Der französische EADS-Großaktionär Lagardère hatte am Morgen die geplante Fusion des beiden Rüstungskonzerne kritisiert. „Lagardère hält zu diesem Zeitpunkt die Bedingungen der Annäherung von EADS und BAE für unbefriedigend“, erklärte der Konzern. Lagardère hat einen Anteil von 7,5 Prozent an EADS. Diesen hält die Holding Sogeade, die - zusammen mit den Anteilen des französischen Staats - insgesamt 22,35 Prozent von EADS kontrolliert. Auf deutscher Seite hält Daimler 22,35 Prozent der EADS-Anteile.

EADS und BAE sprechen sich dafür aus, im Moment der Fusion die bisherigen Sonderrechte der drei Großaktionäre abzuschaffen. Stattdessen sollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien im neuen Gemeinschaftsunternehmen jeweils ein Vetorecht erhalten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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