Westliche Konzerne zeigen Interesse
Yukos-Überbleibsel kommen unter den Hammer

Der zerschlagene russische Ölkonzern Yukos steht kurz vor dem Ausverkauf. Der Ausschuss der Yukos-Gläubiger habe beschlossen, ein erstes Paket mit Yukos-Vermögenswerten Ende März versteigern zu lassen, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

dpa-afx MOSKAU. Der Zeitwert der Yukos-Reste liegt nach Expertenschätzung bei 25,4 Mrd. Euro. Darunter sind auch Anteile an den großen Ölkonzernen Rosneft und Gazpromneft (einst Sibneft). Auch der US-Energieriese Chevron sowie Konzerne aus der EU haben Interesse an den Resten des Steuerschuldners Yukos bekundet.

Zu den besonders interessanten Yukos-Aktiva zählen Analysten in Moskau 9,44 Prozent der Anteile an der staatlich geführten russischen Ölfirma Rosneft und 20 Prozent an der Gazprom-Tochter Gazpromneft. Die beiden Pakete könnten als erste zu einem Einstiegspreis von 182,3 Mrd. beziehungsweise 105,5 Mrd. Rubel (5,3 Mrd bzw. 3,01 Mrd Euro) verkauft werden. In den kommenden Tagen soll bekannt gegeben werden, welche Yukos-Vermögenswerte zuerst zu versteigern sind.

Als aussichtsreichste Bieter für die Ölaktien gelten die staatlich kontrollierten Branchenriesen Gazprom und Rosneft. Gazprom habe dafür bereits 2,9 Mrd. Euro im eigenen Investitionsprogramm für 2007 eingeplant, schrieb "Wedomosti". Bislang hatten mehrere andere Unternehmen Interesse an Yukos-Aktiva signalisiert, darunter der Bunt- und Edelmetallproduzent Norilsk Nickel und der unabhängige Gasproduzent Itera wie auch Chevron und die italienischen Konzerne ENI und Enel.

Der einst größte russische Ölkonzern des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski war im August 2006 für bankrott erklärt worden. Gegen Chodorkowski, der wegen Steuerhinterziehung und schweren Betrugs eine achtjährige Haftstrafe absitzt, wurde zu Jahresbeginn eine neue Anklage wegen Geldwäsche erhoben. Die Gesamtschulden von Yukos werden auf knapp 710 Mrd. Rubel (20,6 Mrd Euro) geschätzt.

Unter den größten Gläubigern des Konzerns sind die russische Finanzbehörde, die Ölfirma Rosneft und die frühere Yukos-Tochter Tomskneft. Die Vermögenswerte sollen den Angaben zufolge mit einem Abschlag von etwa 8,4 Mrd. Euro vom Marktwert von 25,4 Mrd. Euro versteigert werden. Die Prozesse gegen den früheren Yukos-Mehrheitseigner Chodorkowski wie auch gegen Yukos selbst gelten als vom Kreml gesteuert.

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