Wettbewerb
Audi und BMW – ein Rennen nicht nur auf der Straße

Sie liefern sich nicht nur im Sport ein heißes Duell. Auch bei den knallharten Unternehmenszahlen jagen sich Audi und BMW. Einer der beiden bleibt nun wohl länger auf der Pole Position, als es dem anderen lieb ist.
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FrankfurtAudi braucht einen längeren Anlauf, um BMW die Krone im lukrativen Markt der Oberklasse-Autos zu entreißen. "Spätestens 2020" werde Audi die Nummer Eins unter den Premiumherstellern sein, sagte Audi-Chef Rupert Stadler in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Bislang hatte sich Audi zum Ziel gesetzt, BMW spätestens 2015 vom Oberklasse-Thron zu stoßen und diesen bis 2020 zu behalten.

"Es geht nicht darum, BMW morgen oder übermorgen zu überholen, sondern die Spitzenposition zu erobern und zu sichern", sagte Stadler. Das wolle Audi mit attraktiven Produkten, einer strahlenden Marke und begeisterten Kunden erreichen. "Sich allein auf Absatzvolumen zu konzentrieren, ist zu kurz gesprungen", sagte Stadler.

Den Atem seiner Verfolger im Nacken hatte der Konkurrent BMW im März seine Absatzziele hochgeschraubt. Schon 2016 und damit vier Jahre früher als zuvor geplant werde der Münchner Konzern weltweit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkaufen, erklärte Konzernchef Norbert Reithofer seinerzeit.

Auch 2020 will BMW noch führend im Premiumgeschäft sein – ähnliche Pläne hegt neben Audi allerdings auch Daimler. Die Stuttgarter, die lange Jahre fast selbstverständlich das Premiumsegment anführten, waren 2011 mit 1,26 Millionen Autos ihrer Kernmarke Mercedes auf Platz drei zurückgefallen. Audi zog mit gut 1,3 Millionen Fahrzeugen vorbei und rückte BMW mit 1,38 Millionen verkauften Autos seiner Kernmarke gefährlich nahe.

Seit Jahresbeginn haben alle drei Hersteller dank der brummenden Geschäfte in Asien und den USA ihren Absatz weiter gesteigert. "Wir werden fürs erste Halbjahr sehr gute Zahlen vorlegen", sagte Audi-Chef Stadler der Zeitung. "Aber auch wir spüren, dass die Straße holpriger wird."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Mercedes weg is is ja kla. Die ham ja voll den Anschluss verpasst.
    Zwischen BMW und Audi is Geschmackssache. Die haben beide Vor- und Nachteile. Audi is im Design und Verarbeitung vorne. BMW hat in Fahrwerksabstimmung die Nase vorn.
    I würd mir nie an Mercedes kaufen wollen des is Albtraum.
    BMW nur wenns sei muss. Meiner Meinung nach is kla Audi vorn. Aber wer so was da oben schreibt hat einfach gar kei Ahnung.

  • Audi und Vorsprung durch Technik? Gerade Audi ist der Totalversager unter den deutschen Autowerke. Es hat am meisten unter Umweltschutz durch die EU zu leiden, da man sich doch weigerte die Richtlinien umzusetzen bzw. keine Entwicklungsingenieure hatte/Hat!.

  • Wollen tuen viele, können nur wenige. Es ist die Brachialstrategie des Herrn Piech, der alles und jedes besiegen will. Zunächst ist es aber nur ein schlauer Marketingtrick, um über die tatsächlichen Position von Audi am Markt, der Nr. 3, hinweg zu täuschen. Audi hat nämlich auch Mercedes bisher nicht wirklich überholt, höchstens ein paar Kleinwagen mehr als diese verkauft. Umsatzmässig liegt Audi weit abgeschlagen hinter BMW und Mercedes. Der durchschnittliche Audi liegt im Produktmix immer noch deutlich hinter den wahren Premiummarken. Man geigt mit, zugegeben, aber noch auf einer der unteren Etagen.

    VW will alles überrunden und großspurig Weltmarkt-"Führer" werden. Das mit der Welteroberung ist in Deutschland ja schon mal schief gegangen. Die feindliche Koalitionen in der Branche gruppieren sich bereits. Wir werden sehen, wer zuletzt lacht.

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