Wettbewerb bei Energieerzeugung
Stadtwerke beteiligen sich an Steinkohlekraftwerk

Erstmals wollen sich 26 Stadtwerke am Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks des Essener Energiekonzern RWE beteiligen. Damit sind sie nicht mehr ganz und gar von den Preisvorgaben der Stromerzeuger abhängig, sondern können auch selbst mitreden.

HB ESSEN. Geplant sei ein Anteil von 350 Megawatt an einer Doppelblockanlage mit einer Leistung von insgesamt 1500 Megawatt, teilte RWE am Freitag in Essen. „Durch diese neue Form der Zusammenarbeit bietet RWE für eine große Zahl von Stadtwerken die Möglichkeit, sich direkt an einem Kraftwerk zu beteiligen“, sagte RWE Energy-Chef Berthold Bonekamp. Die Vereinbarung solle im kommenden Jahr unterzeichnet werden.

Standort und Investitionssumme des neuen Kraftwerks stünden noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Eine Beteiligung der Stadtwerke an einem bereits geplanten neuen Kraftwerksblock in Hamm, der mit Investitionskosten zwischen 1,5 und zwei Mrd. Euro bis 2012 ans Netz gehen soll, sei dabei ebenso möglich wie an einem weiteren deutschen Kraftwerksprojekt über dessen Einzelheiten noch nicht entschieden sei. Daneben plant RWE den Bau einer dritten Doppelblockanlage in den Niederlanden, die ebenfalls in den Jahren 2012 oder 2013 ans Netz gehen soll. Insgesamt will der Energiekonzern bis 2012 rund elf Mrd. Euro in Netze, Tagebaue und Kraftwerke investieren.

Partner für das Projekt seien 26 Stadtwerke aus dem RWE- Versorgungsgebieten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Die an dem Modell beteiligten Stadtwerke würden dabei Strom künftig auf Grundlage der entstehenden Kosten des Kraftwerks beziehen und nicht mehr auf Grundlage der Preise an der Strombörse. „Dies dient dem Wettbewerb und der Anbietervielfalt im deutschen Erzeugungsmarkt“, sagte RWE Power-Vorstand Johannes Lambertz.

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