Wettbewerb mit Boeing
EADS fordert größere staatliche Hilfen

Im Kampf mit Boeing um die Vorherrschaft in der Luftfahrtindustrie hat der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS größere staatliche Hilfen gefordert.

HB BERLIN. EADS-Chef Louis Gallois sagte der „Berliner Zeitung“ (Samstagausgabe), dass „Hauptkonkurrent Boeing nach EU-Angaben im Jahr 2006 von der US-Regierung Subventionen für Forschung und Technologie in Höhe von 800 Millionen Dollar erhalten“ habe. „Wir dagegen mussten uns mit 60 Millionen Euro von den europäischen Regierungen begnügen“, sagte Gallois. „Das kann so nicht bleiben. Die europäische Luftfahrtindustrie muss in ähnlichem Maße wie die amerikanische unterstützt werden.“ Es gehe „schlicht darum, wieder faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen“.

Gallois kündigte angesichts des schwachen Dollarkurses für Airbus eine Verstärkung der Produktion im Dollar-Raum und in Niedriglohnländern wie Indien oder Mexiko an. „Damit werden wir nicht nur unabhängiger vom Dollar, wir erschließen auch neue Märkte und erhalten Zugang zu neuen Technologieressourcen. Die Automobilindustrie hat das der Luftfahrtindustrie längst vorgemacht“, sagte der EADS-Chef. Zugleich kündigte er an, die Abhängigkeit des Mutterkonzerns von Airbus zu verringern. Ziel müsse sein, „den Anteil von Airbus am EADS-Geschäft von derzeit etwa 65 Prozent auf 50 Prozent zu verringern“, sagte Gallois. „Das werden wir erreichen, indem wir andere Aktivitäten wie Verteidigung, Hubschrauber, Raumfahrt und entsprechende Dienstleistungen forcieren.“

Im Zuge der internen Reformen drohen den Angestellten von EADS unterdessen einem Magazinbericht zufolge deutlich längere Arbeitszeiten. Der Konzern wolle noch in diesem Jahr auf eine Verlängerung der Arbeitszeiten von derzeit meist 35 Stunden auf 40 Stunden pro Woche hinarbeiten, berichtete „Euro am Sonntag“ vorab unter Berufung auf Managementkreise. „Das wird ein ganz heißes Thema“, wurde ein hochrangiger Manager zitiert.

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