Wettbewerb nach Zusammenschluss gefährdet
BGH blockiert Fusion zwischen Sanacorp und Anzag weiter

Der Streit um die Fusion der Pharmagroßhändler Sanacorp und Andreae-Noris Zahn (Anzag) geht nach dem Veto des Bundesgerichtshofs (BGH) in eine neue Runde. Das Kartellamt stößt sich vor allem an der Dominanz von Anzag und Sanacorp in den Regionen Ulm und Tuttlingen.

HB KARLSRUHE. Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs gab am Dienstag der Beschwerde des Bundeskartellamts gegen den Zusammenschluss zum größten deutschen Apotheken-Großhändler statt und verwies das Verfahren an das zuständige Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf zurück. Das fusionierte Unternehmen wäre in drei Regionen - vor allem im Süden Baden-Württemberg - mit Marktanteilen von 55 bis 75 Prozent so stark, dass dort kein Wettbewerb entstehen könne, befanden die Bundesrichter. Außerdem habe das OLG die relevanten regionalen Märkte falsch abgegrenzt (Az.: KVR 2/03).

Das Bundeskartellamt hatte in der mündlichen Verhandlung vor dem BGH im Mai Entgegenkommen signalisiert. Wenn das Verfahren an das OLG zurückverwiesen werde und Sanacorp einen neuen Antrag stelle, sei die Fusion mit Auflagen - etwa der Schließung einer Niederlassung - genehmigungsfähig, hatte der Vertreter der Bonner Behörde gesagt. Damit könne ein neues Verfahren vor dem OLG verhindert werden, das noch einmal zwei Jahre dauern könnte. Sanacorp hatte eine „Verzögerungstaktik“ des Kartellamts gerügt. Der Kartellstreit zieht sich bereits über vier Jahre hin.

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