Wettbewerbs-Verfahren eröffnet
EU knöpft sich Boehringer vor

Gegen den deutschen Pharmahersteller Boehringer Ingelheim hat die EU-Kommission ein Kartell-Verfahren eröffnet, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Es solle untersucht werden, ob das Familienunternehmen Patente missbraucht habe, um Wettbewerber auszuschließen. Bei den Patenten geht es rund um das Krankheitsgebiet chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), auch als Raucherlunge bekannt.

HB BRÜSSEL. Der Schritt folge Durchsuchungen im Jahr 2006 und bedeute nicht, dass die Kommission klare Beweise für eine Regelverletzung habe. Die Kommission messe der Sache allerdings Priorität zu.

Boehringer Ingelheim erklärte, das Unternehmen habe bislang nur spärliche Informationen zu den genauen Anschuldigungen erhalten. Zudem habe der Konzern keine marktbeherrschende Position auf dem Gebiet Atemwegserkrankungen oder Raucherlunge. Wie auch andere forschungsgetriebene Unternehmen beantrage Boehringer Ingelheim Patente für innovative Produkte, um sein geistiges Eigentum zu schützen und langfristig die eigene Forschung und Entwicklung finanzieren zu können. Der Konzern sei überzeugt, alle Regeln und Verpflichtungen beachtet zu haben.

Atemwegserkrankungen sind derzeit das größte Therapiegebiet bei Boehringer Ingelheim. Dazu gehört auch der Blockbuster Spiriva, ein Mittel gegen Raucherlunge, das 2006 auf Umsätze von 1,381 Mrd. Euro kam. Aber auch die Atemwegspräparate Combivent mit 671 Mill. Euro und Atrovent mit 263 Mill. Euro Jahreserlösen gehören zu den Umsatzstützen des Konzerns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%