Wettbewerbsaufsicht
EU erlaubt Porsche Übernahme von VW

Die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben für die Kontrolle des Sportwagenherstellers Porsche über Volkswagen: Der geplante Zusammenschluss beeinträchtige den Wettbewerb in Europa nicht.

HB BRÜSSEL. Die Übernahme werde genehmigt, erklärte die Kommission am Mittwoch in Brüssel. Auf allen betroffenen Märkten gebe es weiterhin starke Konkurrenz. Der geplanten Übernahme von Volkswagen durch Porsche stehe jetzt nichts mehr im Wege.

„Damit hat Porsche ein gutes Stück des Weges zurückgelegt“, sagte eine Sprecher des Sportwagenbauers. Freie Fahrt für die Mehrheitsübernahme hat Porsche damit aber noch nicht. Weltweit müssen den Angaben zufolge mehr als 20 Kartellbehörden grünes Licht für das Vorhaben geben, bislang haben das acht getan. Auch viele Fragen über die künftige Machtverteilung in dem neuen Porsche/VW-Konzern bleiben weiter offen.

„Erst wenn alle kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen, kann als nächster Schritt der Erwerb der Mehrheit an Volkswagen erfolgen. Dies dürfte im Herbst 2088 der Fall sein“, sagte der Porsche-Sprecher.

Die EU-Untersuchung habe ergeben, dass „die horizontalen Überschneidungen zwischen Volkswagen und Porsche begrenzt sein werden und es auf allen betroffenen Teilmärkten weiterhin starke Konkurrenten mit erheblichen Marktanteilen geben wird“, teilte die Kommission mit. Auch für Herstellung und Vertrieb von Ersatzteilen erwarte man keine negativen Auswirkungen. Die Behörde betonte zudem, dass beide Unternehmen seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Unter anderem hätten sie gemeinsam geländegängige Sportwagen entwickelt.

Porsche hatte eine Übernahme der Kontrolle von VW in Brüssel bereits angemeldet, als der Anteil sich noch auf 30,6 Prozent belief. Die EU-Kommission hatte aber in Frage gestellt, ob dies schon faktisch ein bestimmender Anteil an dem Wolfsburger Autobauer ist, weshalb Porsche im Juni seine Beteiligung per Termingeschäft zu Anfang September um rund fünf Prozent auf 35,6 Prozent aufstocken wird.

„Mit diesem Rechtsgeschäft erwirbt Porsche faktisch die Kontrolle über Volkswagen“, erklärte die Kommission. Da die Wettbewerbsaufsicht dies jetzt genehmigt hat, braucht Porsche für die angekündigte Aufstockung seines VW-Anteils auf mehr als 50 Prozent keine weitere Erlaubnis der Kommission mehr.

Neben der EU-Kommission haben Porsche-Angaben zufolge die Kartellbehörden in den USA, Australien, Brasilien, Mexiko, Israel, Russland und der Ukraine bereits grünes Licht gegeben. Der Sportwagenbauer geht davon aus, bis spätestens Oktober auch die restlichen Genehmigungen zu bekommen.

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