Wettbewerbsbehörde gibt grünes Licht
Sonae darf Portugal Telecom kaufen

Der größte portugiesische Industriekonzern Sonae darf Portugal Telecom (PT) übernehmen. Nach monatelangem Warten hat die portugiesische Wettbewerbsbehörde Autoridade da Concorrência (AdC) am gestrigen Donnerstag ihre Zustimmung für die im Februar gestartete 10,7-Milliarden-Übernahme gegeben. Allerdings muss Sonae Auflagen erfüllen.

MADRID. Die Wettbewerbsbehörde verlangt vom fusionierten Konzern den Verkauf des Kabel- oder Festnetzgeschäfts. Die eigentliche Bieterin, die Sonae-Telekomtochter Sonaecom, hat nun wie PT zehn Tage Zeit, die Auflagen zu akzeptieren.

Der Präsident von Sonaecom, Paulo Azevedo, bezeichnete die Auflagen zwar als hart. In Portugal wird dennoch davon ausgegangen, dass Sonae und PT die Auflagen erfüllen werden. Denn der viel kleinere Konkurrent Sonaecom ist vor allem am PT-Handygeschäft interessiert, mit dem Konzern Marktführer in Portugal ist. Zudem hält PT 50 Prozent an dem größten Handy-Anbieter Lateinamerikas, Vivo. Die spanische Telefónica, die zehn Prozent an PT hält, hat bereits angekündigt, dass sie das Vivo-Joint-Venture in Lateinamerika komplett übernehmen will, wenn Sonae seinen Anteil zu einem fairen Preis verkauft. Im Gegenzug könnte sich Telefónica komplett aus Portugal Telecom zurückziehen.

Dem vor zwölf Jahren entstandenen Unternehmen Sonaecom gehört auch der portugiesische Mobilfunkanbieter Optimus. Mit PT in den Händen würde der Konzern den Abstand zum Rest des Telekommunikationsmarktes gewaltig erhöhen. Sonaecom kommt im Moment auf 2,4 Millionen Kunden und 2 300 Mitarbeiter, PT dagegen ist mit 44,7 Millionen Kunden – inklusive Südamerika – und 32 000 Mitarbeitern das größte Unternehmen in Portugal. Der Kauf von PT soll aber auch dem gesamten Konzern einen Schub geben.

Die Geschäfte des Holz-, Telekom-, Einzelhandels- und Immobilienkonzern Sonae laufen nicht mehr so gut. Besonders in der Telekommunkation gibt es Einbußen: Im Jahr 2005 erwirtschaftete Sonaecom mit zwölf Millionen Euro nur einen Drittel des Vorjahresgewinns.

PT dagegen machte allein im ersten Halbjahr 2006 einen Gewinn von 401 Millionen Euro, 41,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach der Zustimmung der Wettbewerbsbehörde müssen nun die PT-Aktionäre entscheiden, ob sie das feindliche Angebot von 9,50 Euro pro Aktie annehmen. Derzeit notiert die PT-Aktie um die zehn Euro; deshalb wird in Branchenkreisen erwartet, dass Sonae das Angebot noch verbessert.

„Da die PT-Führung und einige der Teilhaber das alte Angebot ablehnen und der Konzernchef den Aktionären Sonderausschüttungen von 3,5 Milliarden Euro verspricht, bleibt Sonaecom gar nicht anders übrig, als den Preis zu erhöhen“, glaubt Richard Petit von Fitch Rating. Das Vertrauen der Börse haben sie: Der Titel von Sonaecom erlebte in den vergangenen Monaten eine Wertsteigerung von 50 Prozent.

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