Wettbewerbsnachteile drohen
Flugzeugindustrie wegen Eurokurs besorgt

Der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie bereitet die Wechselkursentwicklung zwischen Euro und US-Dollar auf mittlere Sicht Sorge. Zusätzliche Wettbewerbsnachteile gegenüber der US-Konkurrenz werden befürchtet.

HB BERLIN. „Ab 1,20 Dollar tut es weh, wenn es dauerhaft ist“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Co-Chef des EADS-Konzerns, Rainer Hertrich am Dienstagabend in Berlin. Für die deutschen Zulieferer werde es schon ab 1,10 Dollar kritisch, ergänzte der BDLI-Beiratsvorsitzende, Frieder Beyer. Zu den strukturellen Ungleichgewichten zwischen der europäischen und der US-Branche drohe die Währungsentwicklung als weiterer Nachteil der Europäer hinzuzukommen, warnte Hertrich. Für die deutsche Branche sieht der BDLI-Chef Aussichten für einen Aufschwung erst 2005. Die EADS-Tochter Airbus werde im laufenden Jahr mit knapp 300 Maschinen etwas weniger als im Vorjahr ausliefern, doch im nächsten Jahr sehe er wieder Wachstumschancen. ´

Die deutsche Luftfahrtbranche dürfte sich nach Hertrichs Worten im vergangenen Jahr in Hinblick auf Umsatz und Beschäftigung „etwa konstant“ entwickelt haben. „Für dieses Jahr sehe ich noch keinen großen Aufschwung voraus“, ergänzte er, obwohl von den Airlines Besserungssignale kämen. Auch der Regierungskoordinator für die Luft- und Raumfahrt, Wirtschaftsstaatssekretär Ditmar Staffelt (SPD), sieht die deutsche Branche in einer Phase, in der die Talsohle durchschritten sei und es wieder aufwärts gehe.

Die Dollarschwäche könnte nach Hertrichs Worten, sofern sie ein mittelfristiges Phänomen werde, Europas dominierendem Flugzeughersteller Airbus neue Probleme bereiten. Das treffe auch Deutschland, denn hier werde rund 40 % der Airbus-Wertschöpfung erarbeitet. Airbus werde 2004 „knapp unter“ 300 Flugzeuge ausliefern, etwas weniger als im Vorjahr. „Wir gehen davon aus, dass aber 2005 wieder Zuwächse erzielbar sind“, äußerte Hertrich. Zudem verfüge Airbus über einen Auftragsbestand von rund 1500 Maschinen, was rechnerisch fünf Jahre Arbeit beim Unternehmen und den Zulieferern absichere.

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