Wettstreit mit BASF
Eon bekommt kleineren Anteil an Gasfeld

Im Wettstreit mit BASF um die Zusammenarbeit mit der russischen Gazprom hat Eon nachgezogen: Der Energiekonzern hat sich eine Beteiligung am Gasfeld Juschno Russkoje gesichert – allerdings einen kleineren.

DÜSSELDORF. Nach schwierigen Verhandlungen ist es Deutschlands größtem Energiekonzern gelungen, sich wie der Konkurrent eine Beteiligung am lukrativen Gasfeld Juschno Russkoje in Westsibirien zu sichern – allerdings einen etwas geringeren Anteil. Eon wird von Gazprom zwar an der Fördergesellschaft wie BASF mit 25 Prozent minus einer Aktie beteiligt, so dass die unternehmerische Führung beim russischen Gasriesen bleibt. BASF erhält allerdings von Gazprom zusätzlich zehn Prozent stimmrechtslose Anteile. BASF wird also am wirtschaftlichen Ertrag des Feldes mit 35 Prozent, Eon nur mit 25 Prozent beteiligt.

Für Eon-Chef Wulf Bernotat ist der Vertragsabschluss aber trotzdem ein wichtiger Erfolg – schließlich sah es lange so aus, als würde der Energiekonzern von BASF komplett ausgebremst. Das Feld gilt zudem als lukrativ, weil das Gas vergleichsweise leicht zu fördern ist. Eon bezifferte die Reserven mit 700 Mrd. Kubikmeter – das würde rein rechnerisch reichen, um den kompletten Gasbedarf Deutschlands sieben Jahre lang zu decken.

Schon vor zwei Jahren hatte Eon eine Grundsatzvereinbarung mit Gazprom über Juschno Russkoje unterzeichnet – und dabei sogar eine Beteiligung von knapp unter 50 Prozent angestrebt. Vor gut einem Jahr brüskierte Gazprom den Partner aber, als der Gas-Konzern überraschend ein weitreichendes Kooperationsabkommen mit BASF und dessen Öl- und Gastochter Wintershall unterzeichnete und dabei den Eon-Konkurrenten an Juschno Russkoje beteiligte.

Gazprom bot Eon zwar an, als dritter Partner ebenfalls in das Projekt einzusteigen, allerdings stellte der Konzern in den Verhandlungen harte Forderungen. Gasprom machte keinen Hehl daraus, gerne am Vertriebsgeschäft von Eon in Westeuropa beteiligt zu werden. Zuletzt war sogar spekuliert worden, Gazprom bevorzuge als Partner den italienischen Eni-Konzern.

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