Whiskey-Hersteller
Jim-Beam-Konzern zerschlägt sich selbst

Der Hersteller der Whiskey-Marke Jim Beam löst den Konzern auf. Neben der Alkohol-Sparte besteht der Gemischtwarenladen Fortune Brands bisher auch aus einer Golf- und einer Sicherheits- und Haushaltssparte. Im Hintergrund des Geschehens agiert ein aggressiver Investor.
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DÜSSELDORF. Nur zwei Monate nach dem Einstieg des umtriebigen US-Investors William "Bill" Ackman zerschlägt sich der Mischkonzern Fortune Brands mit 6,7 Milliarden Dollar Umsatz 2009 selbst. Der Hersteller des Whiskeys Jim Beam kündigte gestern an, sich in drei Teile zu zerlegen. Das Kalkül ist klar: Allein sollen die drei großen Sparten des Konzerns mehr Wert für die Aktionäre schaffen. Dazu soll die Alkohol-Sparte, bislang zweitgrößter Bereich des Konzerns, künftig allein stehen.

Schließlich zeigen die beiden anderen Bereiche des Konzerns wenig Ansätze für eine gemeinsame Strategie: Die Sparte für Sicherheit und Haushalt, mit 45 Prozent Umsatzanteil größter Brocken im Konzern, stellt etwa Haustüren und Möbel her - mit starken Marken. Die Golfsparte mit 18 Prozent Umsatzanteil sieht sich mit Foot-Joy-Schuhen und Titleist-Bällen als Marktführer.

Ackman, bekannt dafür, Konzerne aufzumischen, war im Oktober mit seinem Finanzinvestor Pershing Square Capital Management eingestiegen. Offenbar hielt er die Gelegenheit für günstig, weil zuvor bereits über eine Aufspaltung des Konzerns diskutiert worden war.

Die Zerschlagung sei Resultat eines vierjährigen Prozesses, betonte Fortune-Brands-Chef Bruce Carbonari. Das Management habe viel strategische Übereinstimmung mit Ackman gefunden, sagte er. "Unsere strategischen Initiativen und gezielten Investments haben unsere Geschäftsfelder stärker aus dem Wirtschaftseinbruch herauskommen lassen, als wir erwartet hatten, daher ist jedes - inzwischen - gut positioniert, um für sich allein im Wirtschaftsaufschwung aggressiv zu wachsen", sagte Carbonari.

Konkret heißt das: Die Getränkesparte bleibt an der Börse. Die Sicherheitssparte soll abgespalten und an die Börse gebracht werden. Auch die Golfsparte könnte eigenständig ans Parkett gehen - oder verkauft werden.

Die Aktie stieg leicht nach positiven Analysten-Stimmen. Der Konzern ist damit 9,4 Mrd. Dollar wert.

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