Wichtige Hürde
ACS steuert bei Hochtief auf 30 Prozent zu

ACS setzt bei der Übernahme von Hochtief zum Sprung über eine wichtige Hürde an. Heute bezifferte der spanische Konzern den Anteil an dem Essener Konkurrenten auf 27,72 Prozent. Die wichtige Marke von 30 Prozent rückt also nahe.
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HB DÜSSELDORF/MADRID. Damit ist die von den Spaniern anvisierte Marke von 30 Prozent in greifbarer Nähe, zumal der Finanzinvestor Southeastern Asset Management angekündigt hat, dem Angreifer weitere Papiere zu Verfügung zu stellen.

Überspringt ACS die Hürde von 30 Prozent, können die Spanier in aller Ruhe Hochtief-Aktien über die Börse kaufen - bis sie die anvisierte Mehrheit an den Essenern in der Tasche haben.

De facto könnten sich die Spanier bereits genügend Aktien für die 30-Prozent-Schwelle gesichert haben. Bis zum Mittwochabend sei das Tauschangebot für 357 535 Aktien angenommen worden, teilte ACS am Donnerstag mit. Damit erhielt der Konzern eine Woche vor Ablauf des Angebots einen kräftigen Schub. Bis Dienstag waren es nur knapp 6000 Papiere gewesen.

Die Spanier hatten in der vergangenen Woche ihre Offerte nachgebessert. Sie bieten neun - statt zuvor acht - eigene Aktien für fünf Hochtief-Anteilsscheine. Nach den Kursen vom Donnerstag bewertet die Offerte die Hochtief-Aktie etwa mit 64,26 Euro, an der Börse war das Papier 70 Cent teurer.

Eine Schlüsselrolle in den Übernahmekampf kommt dem Finanzinvestor Southeastern Asset Management zu, der sowohl an dem MDax-Konzern Hochtief als auch an ACS beteiligt ist. Der Investor hatte ACS "ungefähr" zwei Millionen Hochtief-Aktien in Aussicht gestellt, was einem Anteil von 2,5 Prozent entspricht.

Unklar war, ob bei den bereits bei ACS getauschten Aktien welche von Southeastern enthalten waren. Falls nicht, hätten die Spanier de facto mit dem zugesagten Paket bereits über 30 Prozent. ACS und Hochtief kommentierten die Zahlen nicht.

ACS werde die Marke mit Hilfe von Southeastern wohl knacken, sagte LBBW-Analyst Alexander Groschke. Sollte ACS die Schwelle von 30 Prozent überschreiten, kann der Konzern nach deutschen Recht in aller Ruhe über den Markt Hochtief-Aktien kaufen, ohne ein weiteres Übernahmeangebot vorlegen zu müssen. ACS könnte immer dann zugreifen, wenn der Hochtief-Kurs günstig erscheint.

Der Konzern werde versuchen, die letztlich von ACS angestrebte Mehrheit von über 50 Prozent mit möglichst geringem Kapitalaufwand zu erreichen, sagte Groschke. Den Zeitrahmen hätten die Spanier offen gelassen, um den Preis der Hochtief-Aktie nicht nach oben zu treiben.

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter lehnt die Pläne von ACS ab. Er befürchtet, dass Hochtief zerschlagen werden könnte.

Nimmt ACS Hochtief in die Bücher, kann der Angreifer seinen eigenen Schuldenstand von rund neun Milliarden Euro deutlich drücken: Hochtief steht mit seinen 70 000 Mitarbeitern fast ohne Nettofinanzschulden da.

Kommentare zu " Wichtige Hürde: ACS steuert bei Hochtief auf 30 Prozent zu"

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  • ich verstehe nicht, warum das Management von Hochtief wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzt. Sie haben, im Gegensatz zu ACS, keine eigenen Schulden. Warum nehmen sie nicht einen Mrd.-Kredit auf, kaufen selbst ACS-Aktien und übernehmen stattdessen ACS selbst? bei Porsche und VW ist es am Ende ja auch so gelaufen....

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