Wichtige Teile des Unternehmens sollen auf der Insel verbleiben
Nanjing sticht SAIC bei Rover aus

Der britische Traditionskonzern MG Rover wird chinesisch. Überraschend erhielt aber nicht die Shanghai Automotive Industry Corp (SAIC) den Zuschlag für den insolventen Autobauer. Der Insolvenzverwalter PricewaterhouseCoopers (PWC) wählte eigenen Angaben zufolge Nanjing für die Übernahme von MG Rover und der Getriebe-Tochter Powertrain aus.

HB LONDON. Nanjing wolle einen Teil der Autoproduktion nach China verlegen und einen Teil in Großbritannien belassen, gab PWC am Freitag überraschend bekannt. In Großbritannien sollten auch Abteilungen für Forschung und Entwicklung sowie für Technik errichtet werden. Der Konzern rechnet damit, in den nächsten fünf Jahren mindestens 80 000 Sport- und Tourenwagen herzustellen und plant, bis zu 2 000 Menschen in Großbritannien anzustellen.

Über den Kaufpreis wurde zunächst offiziell nichts bekannt. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge soll der Kaufpreis zwischen 50 und 100 Mill. Pfund liegen. „Nanjing wird jetzt damit beginnen, die Aktivposten zu übernehmen und Pläne für die Zukunft zu entwickeln“, sagte Insolvenzverwalter Tony Lomas. Nanjing war bereits früher Interesse an Rover nachgesagt worden. Rover hatte zuletzt pro Monat einen Verlust von bis zu 25 Mill. Pfund (37 Mio Euro) gemacht.

Neben Nanjing hatten auch der chinesische Autobauer Shanghai Automotive Industry Corp (SAIC) und ein britisches Konsortium für Rover und Powertrain geboten. SAIC hatte Anfang des Jahres einen Übernahme-Deal mit dem letzten selbstständigen britischen Autoproduzenten platzen lassen und damit den Konkurs der unter einer Schuldenlast von 1,4 Mrd. Pfund ächzenden englischen Traditionsfirma besiegelt. Die Insolvenzverwalter hatten umgehend 5000 der 6000 Beschäftigten gekündigt und das Roverwerk in Birmingham stillgelegt.

„Wir glauben, dass wir zum ersten Mal in vielen Jahren einen speziellen Fokus auf die Marke MG richten werden. Alle Motoren werden in China hergestellt und die Endmontage wird in Großbritannien sein, was zu den 2000 Stellen führt“, sagte ein Nanjing-Sprecher.

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