Wichtige Übernahmen
Pharmariesen setzen auf Generika

Führende Pharmakonzerne forcieren ihr Engagement im Geschäft mit patentfreien Medikamenten. So hat jetzt die Schweizer Novartis-Gruppe für 925 Mio. Euro ein Sortiment an injizierbaren Krebsmedikamenten von der österreichischen Pharmafirma EBEWE erworben. Der US-Konzern Pfizer erweiterte sein Produktprogramm an Nachahmer-Medikamenten (Generika) über zwei weitere Deals mit indischen Pharmafirmen.

FRANKFURT. Beide Transaktionen sind Folgen eines Strategiewandels bei einer Reihe von großen Pharmaherstellern. Sie versuchen, durch den Ausbau der Generikasparten ihr Geschäft zu diversifizieren und die Abhängigkeit von innovativen, patentgeschützten Medikamenten zu reduzieren. Außerdem wollen sie auf diesem Wege ihre Position in den aufstrebenden Schwellenländern verstärken. Dazu benötigen die Konzerne neben ihren innovativen Produkten ein breites Sortiment an etablierten, in aller Regel patentfreien Wirkstoffen.

Vorreiter der Generikastrategien ist der Konzern Novartis, der schon seit Jahren in das Segment investiert und mit seiner Tochter Sandoz zweitgrößter Anbieter von Nachahmer-Medikamenten nach der israelischen Teva ist. Novartis hatte das Geschäft in den vergangenen Jahren bereits durch eine Serie von teilweise sehr teuren Akquisitionen ausgebaut, darunter die Übernahme der deutschen Hexal-Gruppe.

Inzwischen haben auch Konzerne wie Pfizer, Glaxo-Smithkline (GSK) und Sanofi-Aventis das Ziel einer Expansion im Generikageschäfts auf ihre Fahnen geheftet. Sanofi erwarb im vergangenen Jahr die tschechisch Zentiva und gilt als Hauptinteressent für die zur Merckle-Gruppe gehörende Generikafirma Ratiopharm. GSK beteiligte sich vor kurzem mit 16 Prozent an der südafrikanischen Pharmafirma Aspen.

Branchenführer Pfizer etablierte im vergangenen Jahr eine gesonderte Sparte für „etablierte Produkte“. Sie soll einerseits die zahlreichen patentfreien Originalmedikamente des US-Konzerns managen, zum anderen aber auch das Geschäft mit Generika aktiv ausbauen durch Neuentwicklungen und den Erwerb von Zulassungen von externen Anbietern. Auf diesem Kurs ist Pfizer jetzt über einen weiteren Deal mit der indischen Aurobindo vorangeschritten. Pfizer erwarb dabei Vertriebsrechte für weitere 60 generische Medikamente und deutlich erweiterte geografische Rechte für Produkte, für die man schon Anfang des Jahres mit Aurobindo eine Allianz vereinbart hatte. Ferner erwarb Pfizer Vertriebslizenzen für 15 injizierbare Medikamente von der indischen Firma Claris.

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