Wichtiger Wachstumsmarkt Audi erwägt Motorenwerk in den USA

Der zum VW-Konzern gehörende Autobauer Audi kann sein Ziel bis zum Jahr 2015 den Absatz von derzeit knapp einer Million Fahrzeuge auf 1,5 Millionen Fahrzeugen nur mit neuen Werken im Ausland schaffen. Audi-Chef Rupert Stadler sagte am Donnerstagabend im Wirtschaftspresseclub Stuttgart "Dann werden wir um Werkskapazitäten in den USA nicht umhinkommen."
  • Martin-Werner Buchenau

STUTTGART. In den USA strebt Audi zum Ausgleich von Währungsschwankungen eine Produktion mit tieferer Werkschöpfung vor Ort an als etwa die Konkurrenten BMW und Mercedes in ihren US-Werken. Dieses Ziel wäre nur erreichbar, wenn Audi vor Ort auch Motoren und Getriebe produziert. Motorenwerke lohnen sich aber nur bei sehr hohen Stückzahlen.

Audi fertigt beispielsweise in seinem Motorenwerk im ungarischen Györ zwei Millionen Motoren jährlich, die auch in Fahrzeugen Marke VW verbaut werden. Deshalb denkt Audi gemeinsam mit der Schwestermarke VW über ein Motorenwerk nach "Es wird uns im Konzern schon was einfallen", sagte Stadler dazu. Mit einer Entscheidung könne sich Audi aber noch rund ein Jahr Zeit lassen. Bei einer Entscheidung mit dieser Tragweite gelte es nichts zu überstürzen.

Stadler sagte, die USA seien für Audi ebenso wie China ein wichtiger Wachstumsmarkt. In beiden Ländern strebe das Unternehmen den Verkauf von jeweils 200.000 Autos an, was einer Verdoppelung gegenüber dem derzeitigen Absatz entspräche. Audi will mit dem neuen Werk Währungsschwankungen ausgleichen. Der schwache Dollar "tut schon weh", räumte der Audi-Chef ein. Das Währungsproblem sei aber nicht kurzfristig lösbar. "Es geht nicht um eine kurzfristige Reaktion auf den Dollar, sondern um eine tragfähige Wachstumsstrategie", sagte Stadler. Der Bau eines Werkes lohne sich ab einer Jahresproduktion von 150 000 Autos.

In diesem Jahr will die VW-Tochter weltweit mindestens eine Million Autos an die Kunden ausliefern. "Ich bin nach dem ersten Quartal sehr zuversichtlich", sagte Stadler In den ersten drei Monaten 2008 seien mehr als 250 000 Autos verkauft worden, sagte der Manager.

Bei VW gibt es Überlegungen in die gleiche Richtung. Ohne eigene lokale Fertigung von Getrieben und Motoren sei Volkswagen in Nordamerika nicht wettbewerbsfähig, hatte VW-Nordamerika-Chef Stefan Jacobi zu Jahresbeginn gesagt. Auch Kanada oder Mexiko kommen als Produktionsstandorte in Frage.

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