Widerstand beendet
Kovats verkauft Cumerio-Aktien an Norddeutsche Affinerie

Nach monatelangem Tauziehen um die von der Norddeutschen Affinerie (NA) angestoßene Neuordnung der europäischen Kupferindustrie hat der österreichische Industrieelle Mirko Kovats nachgegeben. Die NA sieht sich nun kurz vor dem Ziel.

HB WIEN/HAMBURG. Der von ihm kontrollierte Mischkonzern A -Tec akzeptierte das Übernahmeangebot der Affinerie für die belgische Kupferhütte Cumerio von 30 Euro je Aktie. Zu diesem Preis seien alle Cumerio -Anteile der A -Tec sowie die einer Privatstiftung der NA angeboten worden, teilte Kovats am Dienstag in Wien mit. Insgesamt sind das 25 Prozent.

Die NA begrüßte die Entscheidung der A -Tec. Sie sei im Sinne der Aktionäre der NA und von Cumerio. "Es zeigt auch, dass unsere Einschätzung, dass A -Tec tendern wird, richtig war", sagte eine Sprecherin. NA-Chef Bernd Drouven hatte mehrfach an Kovats appelliert, das Angebot anzunehmen. Wenn er die Übernahme vereitele, würde das zu einem starken Rückgang des Aktienkurses von Cumerio führen, und damit zu einem Wertverlust für Kovats.

Bis Freitag hofft die NA darauf, mindestens 80 Prozent der Cumerio -Anteile einsammeln zu können. Sie besitzt bereits knapp 30 Prozent an dem belgischen Konkurrenten. Insgesamt will sich der Hamburger Konzern die Übernahme bis zu 780 Millionen Euro kosten lassen.

Kovats war im vergangenen Jahr bei Cumerio eingestiegen und hatte seine Beteiligung zu einer Sperrminorität ausgebaut. Er verlangte mehr Einfluss auf die Affinerie und strebte zwei Aufsichtsratsmandate bei dem norddeutschen Unternehmen an, was dieses ihm verweigerte. Nach langem Gezerre hatte Kovats vor kurzem bereits erkennen lassen, dass er sein Cumerio -Paket möglicherweise doch verkaufen könnte.

Kovats ist mit knapp 14 Prozent größter Einzelaktionär der NA, kann bis zur Klärung kartellrechtlicher Fragen aber nur fünf Prozent ausüben. Um Bedenken des Bundeskartellamts gegen eine Aufstockung bei der NA auf mehr als 20 Prozent zu zerstreuen, hatte Kovats sogar seine Bereitschaft erklärt, sich von Teilen seiner Kupferproduktion im österreichischen Brixlegg zu trennen.

Erst vergangene Woche hatte die Stadt Hamburg fünf Prozent plus eine Aktie an der NA erworben, um den Standort der Kupferhütte in der Hansestadt zu sichern. Die NA hatte den Termin für ihre Hauptversammlung kürzlich vorgezogen, um den Einfluss ihres ungeliebten Großaktionärs A -Tec zu begrenzen. Die Aktionäre sollen auf ihrem Treffen Ende Februar eine Satzungsänderung beschließen, durch die wichtige Entscheidungen künftig nurmehr mit 75 Prozent gefasst werden können. Bisher reichen dafür 50 Prozent der Aktionärsstimmen.

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