Widerstand gegen Bundesregierung
GM drängt auf Verstaatlichung von Opel

Die von Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg ins Spiel gebrachte Treuhänder-Lösung für den angeschlagenen Autohersteller Opel stößt nach Informationen des Handelsblattes in den USA auf massiven Widerstand. In Berliner Regierungskreisen hieß es, die amerikanische Seite dränge die Bundesregierung dazu, das Unternehmen stattdessen zu verstaatlichen.

FRANKFURT/BERLIN. Der angeschlagene Autobauer Opel benötigt bei der erwogenen Treuhand-Lösung einen Milliardenbetrag. „Wenn es zu der Treuhandlösung kommt, die das Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen hat, dann wäre dies mit einer Kreditlinie verbunden. Die Summe müsste oberhalb von einer Milliarde Euro liegen“, sagte der Europachef von General Motors (GM), Carl-Peter Forster, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte zuvor eine Treuhand-Lösung ins Spiel gebracht, damit Opel im Falle einer Insolvenz des Mutterkonzerns General Motors handlungsfähig bleibt. Wie das Handelsblatt erfahren hat. stehen die Amerikaner der Treuhandlösung skeptisch gegenüber, hieß es. Man könne die US-Seite nur schwer davon überzeugen, dass sie mit einem solchen Modell nicht übervorteilt werde, hieß es.

Ein Opel-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. General-Motors-Boss Fritz Henderson hatte sich Anfang der Woche auf einer Telefonkonferenz nicht zu dem Plan geäußert, sondern lediglich betont, dass Opel schon bald finanzielle staatliche Hilfen braucht. Die Spitzen der Bundesregierung werden sich am Donnerstag mit dem Thema befassen.

Zwei Wochen vor einer sich anbahnenden Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns ist damit die Berliner Auffanglösung noch nicht in trockenen Tüchern. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster soll die US-Zentrale in Detroit von dem Konzept überzeugen. Noch werde das Modell dort geprüft, heißt es in Unternehmenskreisen. Manager von GM-Europa halten das Treuhandmodell allerdings weiter für die wahrscheinlichste Lösung.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte am Wochenende vorgeschlagen, GM solle seine europäischen Aktivitäten auslagern und einem Treuhänder übergeben, falls bis Ende des Monats kein Investor gefunden sei. Die Treuhand-Lösung soll verhindern, dass die europäischen Konzernteile mit in den Abgrund gerissen werden, falls GM in den USA Ende des Monats Pleite geht.

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