Widerstand
Politik formiert sich gegen Mittal

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker will offenbar ein Bündnis europäischer Regierungen gegen die feindliche Übernahme des Stahlkonzerns Arcelor durch die Mittal-Gruppe schmieden.

ali/huh/mjh PARIS/BRÜSSEL. Am Mittwoch trifft sich Juncker mit Frankreichs Staatspräsidenten Jacques Chirac in Paris und mit dem belgischen Regierungschef Guy Verhofstadt in Brüssel. Die spanische Regierung teilte mit, sie wolle ihr Vorgehen bezüglich Arcelor und Mittal eng mit Frankreich und Luxemburg absprechen.

Juncker kritisierte am Dienstag, er könne hinter der Übernahme kein klares Luxemburger oder europäisches Konzept erkennen. „Wir stehen der feindlichen Übernahme feindlich gegenüber“, sagte er vor dem Luxemburger Parlament. Zuvor hatte er mit Mittal-Chef Lakshmi Mittal über dessen Plan gesprochen. Arcelor ist der drittgrößte Arbeitgeber in Luxemburg, die Regierung befürchtet wie in Frankreich und Belgien den Verlust von Jobs durch die Übernahme. Juncker sagte, Luxemburg werde seine Anteile an Arcelor nicht verkaufen. Das Land hält 5,6 Prozent der Aktien. Mittal betonte, sein Unternehmen werde das Gebot für Arcelor nicht erhöhen.

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal hatte am Freitag angekündigt, Arcelor für 18,6 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Arcelor, die Nummer zwei der Branche, hat die Offerte zurückgewiesen. Bisher ist allerdings kein Unternehmen in Sicht, dass Arcelor in seinem Abwehrkampf zur Seite stehen könnte, weshalb sich der Widerstand auf die politische Ebene verlagert. In Frankreich, wo Arcelor rund 27 000 Mitarbeiter beschäftigt, hat Premierminister Dominique de Villepin am Dienstag in einem Fernsehinterview schwere Bedenken gegen das Projekt geäußert. „Wir werden uns mit den anderen Regierungen abstimmen, um eine passende Antwort zu formulieren“, sagte de Villepin und sprach sich in diesem Zuge für eine europäische Industriepolitik aus.

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