Wie Lego-Chef Kristiansen wieder aus den roten Zahlen kommen will: Klötzchen statt kleckern in Legoland

Wie Lego-Chef Kristiansen wieder aus den roten Zahlen kommen will
Klötzchen statt kleckern in Legoland

Die Lego-Fassade bröckelt, die Geschäfte im dänischen Billund, der Heimat der Steine, laufen nicht mehr so gut. Lego-Eigner Kjeld Kirk Kristiansen will gegensteuern. Eine Handelsblatt-Reportage.

BILLUND. Es ist zu schön, um wahr zu sein: ein strahlend blauer Himmel über der dänischen Idylle in Billund, eine in Schnee getauchte Märchenlandschaft, viele freundlich lachende Menschen und ein Kaufmann, der von sich aus sofort und mit Blick aus dem kleinen Schaufenster seines Lebensmittelladens heraus erzählt, dass „alles, was Sie hier sehen“, nur durch Lego entstanden ist. Selbst der große Flughafen. Man mag ihm glauben, denn Billund mit seinen 8 706 Einwohnern gleicht einem Dörfchen aus dem Lego-Karton: kleine Häuschen mit gepflegten Vorgärten, schnörkellos und gradlinig. Graffiti? Sie sucht man hier auf dem Lande zwischen Ost- und Nordsee ebenso vergeblich wie einen schlecht gegossenen Legostein.

Der dänische Spielzeugkonzern Lego hat in diesem Billund seinen Hauptsitz. Hier wurde das Klötzchen erfunden, das Generationen von Kindern die Welt bedeutete. Und nun soll dieses Unternehmen in einer Krise stecken? Lego und Krise – das passt nicht zusammen.

Auch nicht, wenn man den Konzernsitz betritt: Er sieht aus wie eine große Kita, ein freundliches, aufgeräumtes Chaos aus den Tausenden Produkten, die das dänische Unternehmen im Handel hat. Und überall große Kinder wie Kjeld Kirk Kristiansen, Dänemarks reichster Mann und Eigner von Lego. Der 56-Jährige hat freundliche Augen und ein verschmitztes Lächeln. Offenes Hemd ohne Krawatte, die lässig aufgekrempelten Hemdsärmel – das passt zum Boss des viertgrößten Spielwarenherstellers der Welt. Und wäre da nicht die Bügelfalte, man könnte glauben, Kjeld, wie ihn alle hier nennen, wäre gerade noch auf den Knien über den Boden gerutscht und hätte den neuen Lego-Roboter ausprobiert. „Die Batterien sind leider leer“, scheint er den Gedanken zu erahnen, deshalb könne er seine neue Kreation nicht vorführen.

Ein Spielkind. Und Kjeld verliert den gütigen Blick auch nicht, als die derzeitige Situation des Unternehmens zur Sprache kommt. „Es wird schwer werden“, sagt er. Ein Verlust von 1,4 Milliarden Kronen (rund 174 Millionen Euro) im vergangenen Jahr, schlimmer noch, ein Einbruch im bisher so wichtigen Vorschulbereich. „Da haben wir fast 25 Prozent unserer Kunden verloren.“ Aber Kristiansen, der erst Anfang dieses Jahres den operativen Chef Poul Plougmann und Entwicklungsleiter Francesco Ciccolella vor die Tür gesetzt hat, gibt sich kämpferisch. „Wir werden uns wieder auf unsere Kernkompetenz besinnen.“

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