William Thomas Mulvany gründete Zechen im Ruhrgebiet .
W. T. Mulvany: Ein Ire bohrt Löcher im Kohlenpott

William Thomas Mulvany verdankt das Ruhrgebiet nicht nur Pionierleistungen im modernen Bergbau, sondern auch bedeutende Beiträge zum Auf- und Ausbau der Wasserwege und bei der Entwicklung von Städten wie Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel.

Mitte des 19. Jahrhunderts schauten die Menschen in manchem kleinen Ort an der Ruhr argwöhnisch auf das Treiben eines Mannes aus dem fernen Irland. Nicht nur, dass er ein Fremder war – er verfolgte auch seltsame Pläne. Schächte wollte er tief in das Erdreich treiben lassen. Die Bauern fürchteten, dass der Boden bald ausgehöhlt sein werde und ihre Äcker versinken würden.

Zu dieser Zeit war Deutschland noch ein Agrarland, das Gebiet an der Ruhr weit entfernt davon, das Herz der deutschen Industrialisierung zu werden. Doch die Voraussetzungen waren da, und zu den ersten, die das erkannten, gehörte der irische Wasserbauingenieur William Thomas Mulvany. Ihm verdankt das Ruhrgebiet nicht nur Pionierleistungen im modernen Bergbau, sondern auch bedeutende Beiträge zum Auf- und Ausbau der Wasserwege und bei der Entwicklung von Städten wie Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel.

Mulvany hatte bis 1853 in seiner Heimat Karriere als Wassertechniker – etwa bei der Begradigung von Flüssen und im Kanalbau – gemacht. Eine Zeit lang war er hauptverantwortlich für den gesamten Kanalisationsbau in Irland. Doch er geriet in Konflikt mit der Regierung. Er war fast 50 Jahre alt, als er beschloss, nach Deutschland zu gehen und sein Glück im Bergbau zu versuchen. Besondere Chancen sah er im Gebiet um die Ruhr mit seinem Rohstoffreichtum und verzweigten Flüssen. Man musste „nur“ Schächte und Kanäle bauen. Der Schritt von der Wasserbautechnik zum Bergbau war so groß nicht, denn die Bändigung des Wassers war gerade in Schächten eines der größten Probleme.

Mulvany ging sein Vorhaben generalstabsmäßig an. Er sicherte sich das Kapital irischer und englischer Gesellschafter. Auch die Experten und Techniker, die er für die komplizierte Einrichtung der Zeche brauchte, holte er von den Inseln. In Buer bei Gelsenkirchen gründete er 1854 die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, die erste Zeche der Stadt. „Hibernia“ war die lateinische Bezeichnung für seine Heimat.

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