Wind- und Solarbranche
Düstere Zeiten für die Solarbranche

Q-Cells sorgte am Montagmorgen für den großen Schock: Der Markt für Photovoltaik wird durch die Finanzkrise langsamer wachsen als von uns ursprünglich erwartet, sagte Vorstandschef Anton Milner. Der Aktienkurs ging daraufhin in die Knie. Nur ein Beispiel dafür, dass die Solarbranche vor schweren Zeiten steht. Und in der Windbranche ist es sogar noch schlimmer.

DÜSSELDORF. In der Wind- und Solarbranche schwelt die Angst vor einem Wachstumseinbruch. Schließlich sind die Unternehmen auf Bankkredite angewiesen. Auch die Euphorie nach dem Wahlsieg Barack Obamas in den USA ist restlos verflogen. Hoffnung verbreiten allenfalls Umfragen, wonach auch künftig ohne alternative Energien nichts geht.

An der Börse standen Solarwerte nach den negativen Aussagen von Q-Cells massiv unter Druck: Q-Cells verloren 18,4 Prozent.. Conergy gaben um 16,5 Prozent und Solarworld um 12,8 Prozent nach. Die Titel gelten als seht volatil, also schwankungsanfällig.

Das Pessimistenlager führen die Banken an. Sie halten sich bei der Vergabe von Krediten zurück. Ohne Kredite geht gar nichts beim Bau von Solar- und Windprojekten. Es gebe weltweit kein Projekt, das ohne Kredite auskomme, sagte Repower-Chef Per Hornung Pedersen kürzlich.

Der Windkraftanlagenbauer aus Hamburg musste wie Rivale Nordex die Prognose für das kommende Jahr senken. Die beiden Unternehmen und auch Weltmarktführer Vestas warnten vor negativen Auswirkungen der Finanzkrise.

Mit Sorge schauen die Manager der Branche auf den US-Markt, lange Zeit der Hoffnungsträger. Zunächst war der Jubel groß, als die US-Regierung Steuererleichterungen für erneuerbare Energien erließ und sich ein Sieg des Demokraten Barack Obama abzeichnete, der als Freund der erneuerbaren Energien gilt.

Doch die Finanzkrise hat jegliche Hoffnung vernichtet: Seit der Lehman-Pleite Mitte September halten sich die Banken bei der Finanzierung neuer Projekte zurück. Mit JP Morgan und dem Finanzarm von General Electric haben die wichtigsten Kreditgeber ihr Engagement zurückgefahren, hat Joshua Magee von Emerging Energy Research beobachtet. Lehman Brothers und AIG fallen als Finanziers komplett aus.

Mit dem Heranziehen der Krise schraubt die Marktforschungsfirma Make ihre Erwartung für den Windmarkt der Vereinigten Staaten um ein Viertel zurück. Die Zahl der weltweit installierten Windkraftanlagen werde im kommenden Jahr um rund sieben Prozent geringer sein als 2008, heißt es in einer Studie. Auch die Deutsche Bank, HSBC und UBS senkten den Daumen über die Wachstumsaussichten für das kommende Jahr. Entspannung wird wohl erst das Jahr 2010 bringen.

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