Windanlagen
Nordex knackt die Milliarden-Schallmauer

Durchbruch - der Windanlagenbauer Nordex hat erstmals mehr als eine Milliarden Euro Umsatz erzielt. Und auch bei den Erlösen kann sich das Bild sehen lassen.

HB NORDERSTEDT. Nach einem erneuten Rekordjahr stellt sich der Windanlagenbauer Nordex für 2009 wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf eine Flaute ein. Unternehmenschef Thomas Richterich erwartet nach eigenen Angaben vom Mittwoch eine schwächere Rendite und nur noch einen leicht steigenden Umsatz.

Die Profitabilität werde aber „nicht signifikant niedriger“ als 2008 sein, da sinkende Verkaufspreise für die Windanlagen zum Teil durch den Verfall der Einkaufspreise für Metall aufgefangen würden. Nordex-Aktien stiegen dank besser als erwartet ausgefallener Bilanzzahlen am späten Vormittag dennoch deutlich um mehr als neun Prozent auf 7,93 Euro.

Beim geplanten Kapazitätsaufbau tritt Nordex auf die Bremse. Der eigentlich im April geplante Baubeginn für eine Fabrik in den USA werde zunächst um ein halbes Jahr verschoben, das gelte auch für eine am Standort Rostock geplante Erweiterungsinvestition. Die Investitionen seien aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt. „Wir fahren auf Sicht“, sagte Richterich. Das gelte auch für die Belegschaft. So seien von den einst 250 Leiharbeitern bereits rund 100 entlassen. Bei den Stammbeschäftigten sei derzeit aber ein Stellenabbau auszuschließen.

Von den traumhaften Wachstumsraten der vergangenen vier Jahren, als Nordex jeweils um mehr als 50 Prozent und damit stärker als der Markt zulegte, hat sich das Unternehmen nun erstmal verabschiedet. 2009 rechnet im TecDax notierte Gesellschaft nur noch mit einem leichten Umsatzzuwachs von rund 100 Mio. Euro auf eine Spanne von 1,21 bis 1,26 Mrd. Euro.

Von den in diesem Jahr abzuwickelnden Aufträgen seien 800 Mio. Euro sicher finanziert, sagte Unternehmenschef Richterich. Bei einem Drittel der Bestellungen liefen die Verhandlungen der Abnehmer mit den Banken noch. Für die gesamte Branche rechnet Richterich mit einem stagnierenden Absatz.

Mit den vorläufigen Bilanzzahlen für 2008 überraschte der Windturbinenhersteller die Börse positiv. Nordex setzte 1,136 Mrd. Euro um und knackte damit erstmals die Milliarden-Marke. Wachstumstreiber waren den Angaben zufolge die Auslandsmärkte Großbritannien, Italien und China. Der Absatz von Nordex stieg um 60 Prozent und legte damit zum vierten Mal in Folge stärker zu als der Markt, der ein Plus von 26 Prozent aufwies. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 58 Prozent auf 63 Mio. Euro. Damit lag das Unternehmen über den Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich stand wegen höherer Steuerbelastungen ein vergleichsweise bescheidenes Plus von 4,2 Prozent auf 50 Mio. Euro.

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