Windenergie
Nordex schließt Rotorblattproduktion in China

Der Preisdruck in der Windkraftbranche macht Nordex zu schaffen. Um Kosten abzubauen, soll zum Jahresende die Rotorblattproduktion in China dichtgemacht werden. Dort kann der Turbinenbauer ohnehin kaum Fuß fassen.
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DüsseldorfDer Windturbinenbauer Nordex hat nach der bislang erfolglosen Partnersuche in China nun die Reißleine gezogen. Der unter dem Preisdruck in der Branche ächzende Hamburger Konzern kündigte am Montag an, die Rotorblattproduktion in der Volksrepublik zum Jahresende dicht zu machen. 130 der insgesamt 160 Stellen in der Fabrik in Dongying würden wegfallen. Allein das Montagewerk bleibe erhalten. Firmenchef Jürgen Zeschky erklärte, mit dem Abbau von Strukturkosten solle die chinesische Landesgesellschaft "auf ein nachhaltig profitables Fundament" gestellt werden.

In China können ausländische Windturbinenbauer kaum Fuß fassen. Nach Angaben eines Nordex-Sprechers gingen "99,9 Prozent der Aufträge" an chinesische Hersteller. Daher hatte das Nordex-Management seit längerem einen Partner vor Ort gesucht. Vielversprechende Verhandlungen mit einem Staatskonzern seien zuletzt aber mit dem Regierungswechsel in China geendet, erklärte der Nordex-Sprecher.

Der seit März amtierende Firmenchef Zeschky will den immer wieder mit Verlusten kämpfenden Windturbinenbauer mit einem Sparkurs durch die Branchenkrise steuern. Dabei setzt der studierte Maschinenbauer den Rotstift vor allem bei den Produktionskosten an. Zudem will er die Geschäfte "Projektentwicklung" und "Service" ausbauen, mit denen mehr Geld zu verdienen ist als mit dem reinen Turbinenbau.

Die Branche, zu der neben Nordex auch REpower mit seiner Konzernmutter Suzlon sowie Vestas gehören, leidet seit der Wirtschaftskrise unter Überkapazitäten und Preisverfall. Vielversprechende Märkte sind neben Europa und China die USA und Afrika.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Windenergie: Nordex schließt Rotorblattproduktion in China"

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  • Oder seine Produktion am Standort Rostock ausbauen statt in China...man sucht derzeit 150 Mitarbeiter für die...Rotorblattproduktion.

  • Na, dann wird Nordex demnächst Windmühlen handeln, statt herstellen.

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