Windenergie
Vestas zurück in schwarzen Zahlen

Der Windkraftanlagenbauer Vestas hat wieder einen Gewinn erwirtschaftet, auch der Umsatz zog kräftig an. Für 2011 hat das Unternehmen seinen Ausblick bekräftigt. Der Börsenkurs stieg zeitweise um 20%.
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KopenhagenDer weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas hat im zweiten Quartal den Umsatz gesteigert und wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Wie das dänische Unternehmen in Kopenhagen mitteilte, verdiente es im zweiten Quartal 55 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Verlust von 143 Millionen Euro hinnehmen müssen. Der Umsatz legte um mehr als ein Drittel auf 1,4 Milliarden Euro zu. Operativ (EBIT) verdiente die Gesellschaft 77 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 180 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Kennzahlen lagen über den Erwartungen der Analysten. Der Kurs zog am Vormittag um rund 20 Prozent an.

Vestas bekräftigte trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten und der Turbulenzen an den Finanzmärkten den Ausblick, wonach das Unternehmen 2011 rund sieben Milliarden Euro bei einer operativen Marge von sieben Prozent umsetzen will. Nach einem verlustreichen ersten Quartal liegt die operative Marge im ersten Halbjahr bei 0,3 Prozent. Vor einem Jahr war sie bei einem operativen Verlust von 219 Millionen Euro aber mit minus 11,6 Prozent bedeutend schlechter.

Im Vorjahr waren die Geschäfte von Vestas lange schwach gelaufen. Damals hatte erst ein starkes Schlussquartal die Bilanz gerettet und doch noch zu einem Rekordergebnis geführt. Der Konkurrent der deutschen Hersteller wie Nordex, Repower und Enercon setzte 2010 rund 6,9 Milliarden Euro um und verdiente operativ 310 Millionen Euro, davon blieben unter dem Strich 156 Millionen Euro übrig. Vestas hatte ein hartes Sparprogramm aufgelegt und alte Produktionsanlagen geschlossen. Vor Stellenstreichungen steht derzeit auch Nordex, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht war.

Recht positiv äußerte sich Vestas über Auftragseingang und Bestand. Im ersten Halbjahr lag der Auftragseingang bei 2.895 Megawatt. Die Auftragsbestände summierten sich Ende Juni auf 8,0 Milliarden Euro. Die gesamte Branche hatte zum Jahresstart unter einer allgemeinen Auftragsflaute gelitten. Die angespannte Haushaltslage in den USA und vielen europäischen Ländern hatte eine größere Zurückhaltung bei Klimaschutz-Investitionen zur Folge. Der Preiskampf in der Branche ist entsprechend hart.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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