Windkraft
Chinesen wollen Anlagenbauer Vestas übernehmen

Der weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas steckt in einer tiefen Krise. Jetzt haben die Dänen das Interesse von zwei chinesischen Unternehmen geweckt. Sie könnten mit dem Kauf an die Weltspitze rücken.
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AarhusDer weltgrößte Windturbinen-Hersteller Vestas wird an der Börse als heißer Übernahmekandidat gehandelt. Berichte über ein angebliches Interesse zweier chinesischer Rivalen trieben den Aktienkurs des dänischen Unternehmens am Montag um knapp 20 Prozent in die Höhe. Der Konzern wurde damit insgesamt mit umgerechnet mehr als 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ zufolge haben aus der Volksrepublik Marktführer Sinovel und der Branchenzweite Xinjiang Goldwind mit Bankern über die Möglichkeit von Offerten diskutiert.

Die Windenergie-Industrie befindet sich in der Krise. Überkapazitäten, sinkende Turbinen-Preise und eine geringere staatliche Förderung für erneuerbare Energien belasten die Branche. Vestas hat nach zwei Gewinnwarnungen seit Oktober mehr als die Hälfte des Börsenwertes verloren. Im Januar gab das Unternehmen eine große Umbesetzung des Managements und Pläne zur Streichung von mehr als 2300 Stellen bekannt.

Goldwind und Vestas wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Von Sinovel war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. China baut seine Ökostromindustrie seit einigen Jahren stark aus. In der Windenergie ist das Land inzwischen der größte Markt. Allerdings haben heimische Unternehmen oft noch große technologische Probleme. Mit Vestas könnten die Chinesen die Lücke zu den europäischen Konkurrenten auf einen Schlag schließen und an die Weltspitze rücken.

Analysten halten ein Kaufinteresse der chinesischen Konkurrenten für plausibel. Für beide wäre Vestas ein starkes Übernahmeziel, sagte Keith Li von CIMB Research. Vor allem Goldwind verfolge sehr aggressive Expansionspläne. Mit Vestas würden die Chinesen ein Sprungbrett für weiteres Wachstum und eine wertvolle Marke einkaufen.

Geldprobleme hätten Goldwind und Sinovel nicht. „Beide haben die Rückendeckung des Staates und könnten bei Bedarf auf eine Finanzierung durch Banken zurückgreifen“, sagte Li. Wie „Jyllands-Posten“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, gibt es allerdings auch ein erhebliches Hindernis: Die breite Aktionärsbasis könne es den Bietern schwermachen, sich mehr als 90 Prozent an Vestas zu sichern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Windkraft: Chinesen wollen Anlagenbauer Vestas übernehmen"

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  • Bravo, 15 Kommentatoren ohne Lesekompetenz.

    Im ersten Satz des Artikels steht, dass Vestes "tief in der Krise" steckt. Hier gehts nicht um die deutsche Autoindustrie, die Milliardengewinne einfährt, sondern um eine Windmühlenbude mit hohen Verlusten.

    Aufwachen ihr Schlafmützen!

  • Ist doch gut, wenn die Chinesen sich hier einkaufen.
    Schließlich bezahlen die mit richtigem Geld.

    Während die Südlinge hier englisch einkaufen gehen und auf französisch bezahlen. Oder glaubt hier jemand, daß die Target-2 Salden mal ausgeglichen werden?

    Na, und wenn die Dänen und unsere künftig bißchen flotter arbeiten müssen..... Hätte man den Windprofiteuren eben nicht den wertlosen Strom subventionieren dürfen.

  • Bei Kindern sind vielleicht die Eltern schuld, wenn sie gute Noten mit Geld vergüten und sich dann wundern, wenn die Kinder beim Wegfall der Belohnung nicht mehr aus eigenem Antrieb lernen.

    Firmenchefs sind jedoch erwachsene Menschen. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, ihre Firmen wettbewerbsfähig zu machen, da es abzusehen war, dass die Subventionen sinken bzw. ganz wegfallen. Übrigens sind Firmen wie Q-Cells schon vor Kürzung der Subventionen pleite gegangen, also wenn sie da auch sagen, die Firmenleiter sind unschuldig, dann erlaube ich mir daran zu zweifeln, dass Sie kompetent genug sind, um in dieser exquisiten Runde mitzudiskutieren :)

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