Windkraft
Nordex plant kräftige Expansion in den USA

Windanlagenhersteller Nordex rechnet mit einem Boom der Windkraft in den USA und hält darum auch in der Krise am kürzlich aufgestockten Mitarbeiterstamm fest. Mit einem neuen Werk in den Vereinigten Staaten, wollen die Hamburger ihre Marktanteile ausbauen - und Deutschland wieder zum Windweltmeister machen.

FRANKFURT. Der Windkraftanlagenhersteller Nordex bereitet sich auf eine sprunghafte Markterholung im kommenden Jahr vor. Trotz der Krise hält die Gesellschaft an ihrem kürzlich aufgestockten Mitarbeiterstamm fest und baut ein Werk in den Vereinigten Staaten. Das laufende Jahr sei ein Übergangsjahr, sagte Vorstandschef Thomas Richterich gestern bei der Vorlage der Halbjahresbilanz. 2010 erwarte er ein deutlicheres Wachstum. Dafür wolle Nordex gerüstet sein.

Obwohl der Bau von Windparks als eine sichere Anlageform gilt, schlagen sich die Auswirkungen der Finanzkrise auch auf die Windbranche nieder. Projekte müssen abgesagt oder verschoben werden, da die Banken sich mit deren Finanzierung zurückhalten oder Kredite nur zu schlechteren Konditionen gewähren.

Für 2009 rechnen Marktforscher daher mit einem gedämpften Wachstum. Die Märkte Europa und Nordamerika sollen rückläufig sein, für Asien erwarten sie ein kräftiges Plus bei der neu installierten Leistung.

Als Reaktion auf die schleppende Entwicklung hat Nordex wie viele Konkurrenten die Investitionen gezügelt. So sanken diese im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 21 Mio. Euro. Sie flossen größtenteils in den Ausbau der Rostocker Rotorblatt-Produktion.

Für das Gesamtjahr stellte Richterich Investitionen in Höhe von 70 Mio. Euro in Aussicht. Ein Teil der Summe ist für die Expansion auf den US-Markt reserviert. Für 100 Mio. Dollar errichten die Hamburger derzeit eine Fabrik im US-Bundesstaat Arkansas, die ab dem kommenden Jahr stufenweise in Betrieb gehen soll. Geplant ist die Produktion von Turbinen und Rotorblättern.

Mit dem neuen Werk rüstet sich Nordex für den erwarteten Boom in den Vereinigten Staaten. US-Präsident Barack Obama will einen zweistelligen Milliardenbetrag in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren. Profitieren werden davon aber nur Firmen, die auch in den USA produzieren. Nach Nordex werden wohl auch Repower und Enercon nicht um eine eigene Produktion in Übersee umhinkommen.

Der nordamerikanische Markt spielte bislang bei Nordex eine untergeordnete Rolle, nur ein Bruchteil des Umsatzes entfiel auf diesen. Nach einem Prozent erhöhte sich der Anteil in der ersten Jahreshälfte wegen eines Großauftrags immerhin auf zwölf Prozent. Von der Flaute in den USA bleiben die Hanseaten durch den recht niedrigen Anteil weitgehend verschont. Die von der Finanzkrise ausgelöste Kreditklemme schlägt sich in Nordamerika heftiger als in anderen Weltregionen nieder; die USA könnten den erst im vergangenen Jahr erworbenen Titel als Windweltmeister wieder an Deutschland verlieren.

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