Windkraft
Windfirmen rüsten sich für US-Expansion

Die Windkraftindustrie leidet unter knappen Krediten, will aber weiter wachsen. Ein Markt für Expansion sind die Vereinigten Staaten. Die USA gelten mit ihrem neuen Präsidenten Barack Obama als wichtigster Zukunftsmarkt für die Branche.

HAMBURG. Die deutschen Windkraftanlagen-Hersteller rüsten sich für den Ausbau ihres Geschäfts in den Vereinigten Staaten. "Wir investieren in das Windgeschäft in den USA", sagt Thomas Richterich, Vorstandschef des Hamburger Windkraftanlagen-Herstellers Nordex. Auch Konkurrent Repower plant, in dem Land zu expandieren.

Die USA gelten mit ihrem neuen Präsidenten Barack Obama als wichtigster Zukunftsmarkt für die Branche - auch wenn Experten für dieses Jahr wegen der Kreditklemme mit einem Abschwung rechnen. Obama hält sich zwar zu Details seiner Planungen bedeckt. Er hat aber bereits angekündigt, die Stromgewinnung aus Wind- und Sonnenkraft deutlich ausbauen zu wollen. Sein Ziel ist es, die Abhängigkeit der USA von Energieimporten zu verkleinern. Bis neue Fördergesetze greifen, werden aber einige Monate vergehen. Die Branche erwartet daher, dass eine Markterholung erst zum Jahresende oder Anfang 2010 einsetzen wird.

Bis dahin muss die Industrie eine Durststrecke überbrücken: Der Ausbau der US-Präsenz wird für die Firmen zunächst ein Zuschussgeschäft. Dennoch plant Nordex den Aufbau einer eigenen Produktion, mit der Firmen-Chef Richterich auf den Markt vordringen will. Für eine Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von 750 Megawatt sind Ausgaben von 80 Mio. Euro geplant. Bislang steuern die USA nur einen Bruchteil zum Umsatz bei. "In diesem Jahr werden wir den Absatz steigern, dass liegt aber auch daran, dass wir einen niedrigen Ausgangspunkt haben", sagte der Manager dem Handelsblatt.

Auch Repower rüstet sich für die Errichtung einer eigenen Produktion in dem Land. Wenn die Nachfrage in den USA steige, dann könnte das Unternehmen auch dort eine Fertigung schaffen, sagte Vorstandschef Per Hornung Pedersen dem Handelsblatt: "Vorausgesetzt, es gibt eine langfristige Verlässlichkeit."

Allerdings wollen sich nicht alle Anbieter am erwarteten Boom in Übersee beteiligen: Deutschlands Marktführer, die friesische Enercon, schließt den Gang in die Vereinigten Staaten aus. Hintergrund sind Befürchtungen von Firmengründer Aloys Wobben, die USA könnten Technologien der in privater Hand befindlichen Gesellschaft stehlen.

Wobben nimmt mit seiner Haltung aber eine Sonderrolle ein. Für Repower-Chef Pedersen gibt es keine Alternative, als Geld in die Hand zu nehmen, will er in dem Zukunftsmarkt nicht abgehängt werden. Eine eigene Fabrik sei schon deshalb nötig, um hohe Kosten für den Transport von Windanlagen zu vermeiden. Hinzu kommt, dass einige Länder verlangen, dass ein Teil der Fertigung auf ihrem Boden stattfinden muss. Ziel diese Vorgabe ist es, der eigenen Windkraftbranche auf die Beine zu helfen. Auch die neue US-Regierung könnte als Voraussetzung für Fördergelder darauf bestehen. In den Staaten treffen die Anbieter mit General Electric auf einen einheimischen Spieler, der sich mit Akquisitionen unter die weltweit führenden Anbieter geschoben hat.

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