Windkraftindustrie
Nordex fürchtet laues Lüftchen

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat dank guter Nachfrage aus dem Ausland in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Allerdings erwartet das Unternehmen ein Nachlassen der Wachstumsdynamik. Börsianern gab das zu Denken.

HB HAMBURG. Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat dank guter Nachfrage aus dem Ausland in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Für das kommende Jahr erwartet das TecDax-Unternehmen aus Norderstedt bei Hamburg jedoch ein Nachlassen der Wachstumsdynamik. Wegen der Finanzkrise erschwere sich für einige Kunden die Finanzierung ihrer geplanten Windparks, teilte Nordex am Donnerstag mit. Es könnte zu Verschiebungen kommen.

In den ersten drei Monaten erlöste Nordex 781 Mio. Euro, ein Umsatzplus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 60 Prozent auf 37,3 Mio. Euro. Unter dem Strich gab es ein Plus von 40 Prozent auf 29,2 Mio. Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten leicht, nur beim Umsatz hatten sie etwas mehr erwartet.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Nordex. Weiterhin geht das Unternehmen davon aus, den Umsatz bis zum Jahresende um fast 50 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro zu steigern. „Rund 71 Prozent des Jahresziels haben wir bereits realisiert, damit sind wir nach neun Monaten deutlich näher an unserem Ziel als noch im Vorjahr“, sagte Vorstandschef Thomas Richterich. Das EBIT soll weiterhin 60 bis 66 Mio. Euro betragen. Das entspricht einem operativen Margenziel von 5,5 bis sechs Prozent.

Der Auftragseingang betrug Ende September 796 Mio. Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert (823 Mio Euro). Für das kommende Jahr erwartet der Vorstand nur noch ein Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent. Dennoch will Nordex weiter in den Ausbau investieren. „Das Fundament für unsere Industrie ist weiterhin intakt. Deshalb müssen wir uns gerade jetzt auf ein starkes Wachstum nach dem Jahr 2009 einstellen“, sagte Richterich. Bis 2011 will Nordex neben Rostock auch in China und in den USA produzieren.

Wegen der hohen Aufwendungen für Windparks und Tochtergesellschaften im Ausland hatte das Unternehmen im Juli seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren müssen. Den darauf einsetzenden Kurssturz der Aktie nutzte Quandt-Erbin Susanne Klatten für einen Einstieg über die Beteiligungsgesellschaft SKion.

Nordex-Aktien sind am Donnerstag nach Zahlen um bis zu 10,39 Prozent auf 8,28 Euro eingebrochen. Händler und Analysten nannten den gesenkten Ausblick für 2009 als Hauptgrund für die enttäuschte Reaktion der Marktteilnehmer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%