Windturbinenbauer
Nordex landet in der Verlustzone

Die Windkraftbranche steckt in der Krise. Ein weiteres Beispiel dafür sind die heutigen Zahlen von Nordex. Der Windturbinenbauer leidet unter dem Preisverfall und hat den Verlust im zweien Quartal ausgeweitet.
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DüsseldorfDer Windturbinenbauer Nordex ist wegen des Preisdrucks und mangelnder Kapazitätsauslastung im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Bei einem Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 421,1 Millionen Euro verbuchte der Hamburger Konzern operativ ein Minus (Ebit) von 13,1 Millionen Euro, wie Nordex am Dienstag mitteilte. Vor Jahresfrist stand noch ein knapper Gewinn von 1,6 Millionen Euro in den Büchern. Netto stieg der Verlust auf 23,3 Millionen Euro.

Mut machen dem Vorstand allerdings die gut gefüllten Orderbücher: Der Auftragsbestand stieg um 50 Prozent auf 873 Millionen Euro. Daher bekräftigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatz von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro vorsieht. Voraussetzung für das Erreichen der oberen Bandbreite sei indes die beschleunigte Abwicklung von Projekten.

Im ersten Halbjahr habe sich der Eingang einzelner Aufträge kundenseitig verschoben, teilte Nordex mit. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll sich 2012 je nach Preisentwicklung zwischen einem und drei Prozent bewegen. Das wäre rein rechnerisch im schlechtesten Fall ein Ebit von zehn Millionen Euro und im besten Fall von 33 Millionen Euro.

Die Branche, zu der neben Nordex auch REpower mit seiner Konzernmutter Suzlon sowie Vestas gehören, leidet seit der Wirtschaftskrise unter Überkapazitäten und Preisverfall. Vielversprechende Märkte sind neben Europa und China die USA und Afrika.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Windturbinenbauer: Nordex landet in der Verlustzone"

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  • Hi Milvus...ich meine Sie haben sich einige Gedanken gemacht. Allerdings sind Sie meist bei den seitens der Medien verbreiteten Parolen stehengeblieben.

    Die aktuellen Subventionssätze für Windstrom Land sind keinesfalls günstig verglichen mit modernen, umweltfreundlicheren Methoden der Stromerzeugung.

    Beispielsweise sind die Betriebskosten der umweltschädlichen Windmühlen höher (und steigen mit zunehmenden Alter der Windmühlen steil) als die Betriebskosten thermischer, oder umweltfreundlicher Nuklearkraftwerke...Quellen z.B. Windenergieverband...Geschäftsberichte von Windparks (mühsam).

    Aktuell erfordert die bekannteste Wasserelektrolyse eine konstante Stromzufuhr die Windmühlen nicht liefern. Das Herstellen von Wasserstoff mittels Zufallsstrom ist im vorindustriellen Stadium (Quelle müsste ich suchen). Der erzeugte Wasserstoff wäre auch ohne diese Problematik ein zig-faches teurer als solcher hergestellt aus Erdgas.

    Vandale

  • Ihr Text ist voll von stimmungsmachenden Wörtern, die beim genauen lesen gar nicht belegbar sind.

    RWE und EON sind ja nicht umsonst aus Atomstromprojekten in UK ausgestiegen. Der Onshore-Windstrom ist derzeit eine der günstigsten Möglichkeiten Strom zu erzeugen. Einmal investiert liefern sie über Jahrzehnte Strom und erfordern daneben nur Wartungskosten. Für Atom und Fossil muss man vorne immer was reinstecken damit hinten was raus kommt.

    Zum Zufallsargument: Sicherlich ist noch ein Stück Wahrheit dran. Dennoch ist auch hier der allgmeine Pögel aufzuklären: Durch Optimierung der WKAs auf den jeweiligen Standort wird dieser Zufall gemindert, so ist z.B. die Eindrehwindstärke die wichtigste Variable für Schwachwindstandorte, mit entsprechender Dimensionierung des Blattquerschnitt/Turbinenleisungs-Verhältnisses.

    Weiterhin kann der Zufall durch eine Europaweite Aufstellung gemindert werden (irgendwo weht immer Wind), Stichwort Netzausbau! Es gibt auch mittlerweile Wasserstoffspeicheranlagen. Hier wird überflüssiger Strom in Wasserstoff verwandelt und bei Bedarf (hohe Strompreise) wieder Rückverwandelt.

    Stichwort Netzausbau: Hier kann Kritik angebracht werden: Denn derzeit wird hierunter vor allem eine Nord-Süd Trasse verstanden, um Windstrom aus den Offshoreanlage nach Süden zu transportieren. Ersten sollte meiner Meinung nach Windprojekte europäisch angegangen werden, nicht national. Zweitens vermischen sich hier Lobbyinteressen mit Sinnhaftikeit. Offshorestrom ist 3x so teuer wie onshore. Von daher darf man sich schon fragen, was die Nord-Süd Trasse eigentlich soll und wer das bezahlen darf?

  • Hallo Belisar...sicherlich hat auch der Bau von Windmühlen Herausforderungen..von der Dimensionierung des Fundaments, dem Stahlbau, Getriebe, Generator, Flügel (schwingungen) etc. Verglichen mit modernen Stromerzeugungsmethoden wie fossilen Kraftwerken, oder Kernkraftwerken erscheinen mir diese Herausforderungen jedoch nicht allzu komplex.

    Beispielsweise haben die Chinesen innerhalb weniger Jahre gelernt brauchbare Windmühlen herzustellen.
    Seit mehr als 30 Jahren sucht China Kernkraftwerke in Eigenregie herzustellen. Bislang bevorzugen Chinesische Versorger importierte, bzw. teilimportierte Kraftwerke.

    Vandale

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