Winterkorn-Nachfolge: Das Schaulaufen der VW-Kronprinzen

Winterkorn-Nachfolge
Das Schaulaufen der VW-Kronprinzen

In Wolfsburg beginnt das Rennen um die Nachfolge von VW-Chef Martin Winterkorn. Vier Bewerber müssen sich demnächst in einem hochklassigen Schaulaufen in neuen Jobs beweisen. Chancenreiche Außenseiter gibt es obendrein.
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PORTO CERVO/STUTTGART. Was Ferdinand Piëch will, ist in Wolfsburg Befehl. Der VW-Aufsichtsratschefs will den weltgrößten Autobauer schaffen. Und Martin Winterkorn, sein Vorstandschef, will das auch.

Bis 2018 soll der Konzern die heutige Nummer eins, Toyota, überholt haben. Es ist ein langfristiges Ziel, aber Piëch weiß ganz genau, dass langfristige Ziele langfristige Planungen erfordern - und folglich einen neuen Chef.

Winterkorn ist 63 Jahre alt. Auch wenn sein Vertrag wie geplant noch einmal verlängert wird: Das Haltbarkeitsdatum des VW-Chefs rückt unweigerlich näher.

Deshalb sieht sich der Patriarch nach einem Nachfolger um. Winterkorn guckt mit - und wie immer bei den Wolfsburgern ist der Mann auf dem Beifahrersitz bemüht, so zu tun, als hätte er das Lenkrad in der Hand.

In Sardinien, am Rande der Vorstellung des neuen A7, gibt sich Winterkorn zwar wortkarg über das Kräftemessen der Kronprinzen, das in dem Konzern nun ansteht. Doch sein Aufsichtsratschef gilt nicht umsonst als Meister des Machtspiels. Piëch liebt die Konkurrenz unter seinen Managern. Das Stück, das in der Autostadt demnächst aufgeführt wird, heißt: antreten zum Schaulaufen.

Es geht um den einflussreichsten Managerposten in Europas Autoindustrie - und bislang sind vier Kandidaten am Start: der frühere Conti-Vorstandsvorsitzende und künftige VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann, Audi-Boss Rupert Stadler, der neue Skoda-Chef Winfried Vahland sowie der kommende Porsche-Boss Matthias Müller. Auch um die Bewerber besser beurteilen zu können, schiebt Winterkorn das Personalkarussell nun kräftig an.

Techniker bevorzugt

Neumann, der schon früher bei VW arbeitete, wird neuer Chef des China-Geschäfts. Das ist eine aussichtsreiche Position, um Erfolgsmeldungen nach Wolfsburg zu schicken. Doch der Job ist gar nicht so einfach - vor allem Audi ist in China längst Marktführer im Premiumsegment. Die Marktanteile nach dem Erfolg von Vorgänger Vahland weiter auszubauen ist also schwierig. Sollte Neumann die Position des Autobauers gegenüber seinen Konkurrenten jedoch nicht zumindest leicht verbessern können, wäre das keine Referenz für den Topjob in der Zentrale.

Vahland ist Neumanns Vorgänger in China und seit diesem Monat Chef der Marke Skoda. Der 53-Jährige hat einen Spezialauftrag: Er soll die Autos der tschechischen Tochter billiger machen - und letztlich qualitativ niederwertiger. Denn Skoda machte der Kernmarke VW zuletzt zu viel interne Konkurrenz.

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