Wipro-Chef Premji
„Deutschland steht vor einem Riesenproblem“

Zusammen mit Bill Gates und Michael Dell zählt Wipro-Chef Azim Premji zu den zehn reichsten Technologie-Tycoonen der Welt – weit vor SAP-Gründer Hasso Plattner. Dem Handelsblatt erklärt Premji, warum er in Deutschland zukaufen will, wo er die Schwächen von Siemens Business Services und T-Systems sieht und warum die Bundesrepublik als Technologie-Nation vor einem existentiellen Problem steht.

Herr Premji, Wipro hat ein Vierteljahrhundert gebraucht, um eine Milliarde Dollar umzusetzen. Für die zweite Umsatz-Milliarde genügten zwei Jahre, die dritte knacken sie nun in 12 Monaten. Wann entthronen sie bei diesem exponentialen Wachstumstempo Weltmarktführer IBM und Accenture?

Wir werden zumindest bald in derselben Liga spielen. In spätestens drei Jahren schaffen wir es unter die Top-Ten der Branche, von derzeit Rang 16. Bei der Marktkapitalisierung sind wir längst unter den zehn Größten. Das gibt uns enorme Power bei strategischen Zukäufen.

Sie haben im Vorjahr sechs kleine Firmen im Ausland übernommen. Wann folgt der erste große Deal?

Wir kaufen nicht, um den Umsatz zu steigern. Wir suchen Zugang zu neuen Technologien und Firmen, die uns in wichtigen Zielmärkten ein lokales Gesicht geben. Unsere Zukäufe werden größer werden und bald an die 100-Millionen-Dollar-Grenze kommen, aber ich sehe keine Milliarden-Deals.

Immer mehr westliche Unternehmen stoßen ihre IT-Abteilungen ab. Wären sie daran interessiert?

Ja, aber nicht wenn Siemens Business Services oder T-Systems zum Verkauf stünden. Solche Deals wären zu teuer, die Integration ist zu kompliziert. Außerdem sind die IT-Töchter großer Konzerne ineffizient und bürokratisch. Warum sollten wir uns mit ihren veralteten Geschäftsmodellen belasten und dafür Milliarden hinlegen? Kleinere Firmen machen viel mehr Sinn. Wir schauen derzeit mehrere an.

Auch in Deutschland?

Ja, wir suchen nach einer guten Akquisition, um unserem Geschäft dort in Schwung zu bringen. Auch organisch wachsen wir: Inzwischen haben wir Büros in Kiel, Düsseldorf, München und Frankfurt.

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