Wirkstoff avanciert zum umsatzstärksten Medikament der gesamten Pharmabranche – Roche fordert Amgen heraus
Biotech-Arznei Epo erobert den Weltmarkt

Die Pharmabranche muss sich allmählich auf eine neue Rangordnung einstellen: Erstmals wird 2003 voraussichtlich nicht mehr ein klassisch hergestelltes Pharmamolekül den höchsten Umsatz in der Branche erzielen, sondern ein mit moderner Biotechnik gewonnener Wirkstoff: das in der Behandlung von Blutarmut eingesetzte Hormon Erythropoietin, kurz Epo genannt.

FRANKFURT/M. Biotech-Medikamente wie Epo werden nicht – wie bei den meisten anderen Mittel üblich – durch chemische Zusammensetzung hergestellt, sondern mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen oder Hamsterzellen. Grund: Die Struktur dieser Wirkstoffe ist für eine chemische Synthese zu kompliziert.

Medikamente auf Epo-Basis haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres Erlöse von zusammen gut 6,9 (Vorjahr: 5,6) Mrd. $ erzielt und damit den bisherigen Pharmabesteller, das Cholesterinmedikament Lipitor von Pfizer, überrundet. Allerdings teilen sich das Epo-Geschäft drei Unternehmen, Amgen, Roche sowie Johnson & Johnson.

Der Wettbewerb bei Mitteln gegen Blutarmut wird sich in den kommenden Jahren noch intensivieren, sollte es dem Baseler Roche-Konzern gelingen, eine Weiterentwicklung des Wirkstoffs durch Zulassung- und Patentverfahren zu bringen. Zudem arbeiten Generikafirmen intensiv daran, eigene Epo-Varianten auf den Markt zu bringen, wenn ab 2004 die ersten Patente in Europa auslaufen.

Erythropoietin (Epo) ist ein natürliches Hormon, das die Produktion von roten Blutkörperchen stimuliert. Als Medikament wird es genutzt, um Blutarmut bei Dialyse- und Krebspatienten zu behandeln. Negative Schlagzeilen machte es als Dopingmittel für Radfahrer und andere Ausdauersportler.

Epo ist nicht nur das lukrativste Produkt der Biotechnologie, sondern zugleich auch das am härtesten umkämpfte Produkt der Branche. Herstellverfahren wurden in den den 80er Jahren von den US-Firmen Amgen und Genetics Institute (GI) entwickelt. Doch konnten sich in den nachfolgenden Patent-Auseinandersetzungen in erster Linie Amgen und ihr Lizenznehmer J&J durchsetzen und exklusive Rechte für den US-Markt sichern.

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