Wirtschaft nach der Wahl
Erste allgemeine Verunsicherung

Klar ist nur, dass nichts klar ist. Auch nach der Wahl regiert in der deutschen Wirtschaft darum die Verunsicherung. Von Merkels künftigem Partner hängt ab, welche Branchen profitieren werden – und welche nicht.
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DüsseldorfZiel erreicht und doch enttäuscht - so lässt sich wohl die Stimmung der deutschen Wirtschaft nach der Wahl am besten zusammenfassen. Unternehmer und BDI-Präsident Ulrich Grillo hatten sich schon im Vorfeld für eine Fortsetzung der Kanzlerschaft von Angela Merkel stark gemacht. So wird es wohl kommen, doch mit wem die Kanzlerin weiterregiert, ist unklar. Ihr Wunschpartner FDP ist der Kanzlerin abhanden gekommen. Übrig bleiben nur zwei Alternativen: Schwarz-Grün oder die große Koalition von CDU/CSU und SPD. Statt großer Erleichterung, regiert bei den deutschen Unternehmen weiter die Unsicherheit.

Der Industrieverband BDI drängt darum darauf, schnell eine Regierung zu bilden. „Nun erwarten wir von einer neuen Bundesregierung, dass sie sich mit frischer Tatkraft und großer Motivation zügig an die Arbeit macht“, sagte BDI-Präsident Grillo am Montag. Der Wahlkampf habe in vielen Unternehmen für Verunsicherung gesorgt. Damit müsse nun Schluss sein. „Drei Kernthemen müssen umgehend angepackt werden: eine Reform der Energiewende, der Anschub einer Investitionsoffensive sowie die Vertiefung der Währungsunion“, fordert der BDI-Präsident.

Ganz wichtig sei eine Radikal-Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, so Grillo. Die Energiewende beschäftige nahezu alle Branchen. Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, drängte in einer ersten Reaktion auf eine schnelle Lösung der Energiewende. „Für fast zwei Drittel der Unternehmen gehört die bezahlbare und sichere Energieversorgung ganz oben auf die To-do-Liste der neuen Regierung“, so Schweitzer.

Für die deutsche Wirtschaft hängt viel davon ab, wie viel die CDU von ihrem Programm mit einem neuen Partner umsetzen kann. Obwohl nur drei Sitze zur absoluten Mehrheit fehlen, dürften sowohl Grüne als auch SPD selbstbewusst in die Verhandlungen gehen. Ohne sie stünde Merkel ohne Mehrheit da. Und beide müssen in einer Regierung den Eindruck vermeiden, im Schatten der Kanzlerin zu stehen. Für Deutschlands größte Wirtschaftszweige steht bei den Verhandlungen viel auf dem Spiel.

Automobilbranche

Die Autobauer gehörten schon vor der Wahl zu Merkels großzügigsten Unterstützern. BMW spendete der Union 144.000 Euro, Daimler runde 100.000 Euro. Dementsprechend erleichtert dürfte das Wahlergebnis in der Branche aufgenommen worden sein. Um die radikalsten Forderungen der Opposition kommen die Autobauer wohl herum. Die Grünen, die offensiv ein Tempolimit gefordert haben, dürften angesichts ihrer Verluste selbst bei einer schwarz-grünen Koalition Schwierigkeiten haben, diese Forderung durchzusetzen. Die Haltung der SPD zu einem Tempolimit ist unklar. Während Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ein Tempolimit stets abgelehnt hat, sympathisierte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel während des Wahlkampfes offen mit der Idee. Er dürfte der künftig der starke Mann der Partei sein. Beim Thema Pkw-Maut dürfte entscheidend sein, wie durchschlagsfähig die wiedererstarkte CSU in Koalitionsverhandlungen auftritt. Öffentlich wird Parteichef Horst Seehofer nicht müde zu betonen, weiter an einer Pkw-Maut für Ausländer festhalten zu wollen. CDU, Grüne und SPD lehnen den Vorschlag bisher ab. Besonders eine schwarz-grüne Koalition ist für die Autobauer derzeit schwer zu kalkulieren: Einerseits könnten die Autobauer bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen auf weitere Subventionen für die Elektromobilität hoffen, andererseits dürfte es keine Entlastung bei den Energiekosten geben.

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  • Ist doch eh alles egal. Das global sinnfrei aufgeblähte Finanz- und Geldystem wird uns bald um die Ohren fliegen.
    Guckst Du hier:
    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6337941-geldsystem-biz-maechtigste-bank-welt-kuendigt-crash

  • "Ja is denn scho´ Weihnachtn?"
    -Die Wunschliste des Grosskapitals nach Geschenken an Mutti ist aber seeehr lang ausgefallen.

    Aber vielleicht ist es ja auch gar keine Geschenkeliste, sondern eine Einkaufsliste? Immer mehr Käufe werden ja heute per Vorkasse getätigt..

  • Ja und?

    Dann gibt's halt mal wieder Krieg oder wenigstens Bürgerkrieg.

    Fast 70 Jahre Frieden nach dem letzten Krieg sind eine lange Zeit.

    Man kann auch des Friedens überdrüssig werden und sucht dann zur Abwechslung die Lust nach Gewalt und Aggression, insbesondere, wenn es dazu (mehr als genügend) Anlass gibt.

    Nichts währt ewig. Die Geschichtsbücher lehren uns dies.

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