Wirtschaftliche Zusammenarbeit über Firmen- und Ländergrenzen hinweg
Information und Kooperation sind das „A“ und „O“

Ob in Amsterdam, London, Brüssel oder Minneapolis – auf internationalen Konferenzen zu nachhaltigem Wirtschaften oder Investieren trifft man kaum deutsche Manager. Es sind meist dieselben Gesichter, einige wenige Vorreiter. Die Deutschen seien zu sehr auf sich bezogen, statt sich von ausländischen Erfahrungen inspirieren zu lassen, meinen ausländische Veranstalter und internationale Verbände.

BRÜSSEL. Die meisten Firmen dächten zu wenig europäisch, meint Ann Vandenhende vom europäischen Nachhaltigkeitsverband CSR Europe. Das zeigt sich auch daran, dass nur zwei deutsche von mehr als 50 europäischen Konzernen auf das Grünbruch der EU-Kommission reagiert haben: Adidas und Siemens. Auch im World Business Council for Sustainable Development findet sich nur eine Handvoll Deutscher.

Doch wer ökologisch wie sozial verantwortlich und zugleich wirtschaftlich erfolgreich sein will, benötigt Kooperationen und Informationsaustausch, betont Gerard Keijzers, Professor an der Universität Nyenrode. Denn anders als Umweltschutz vor der Werkstür ist nachhaltiges Wirtschaften nur möglich und überzeugend, wenn es den gesamten Produktlebenszyklus umfasst. Das kann kein Unternehmen für sich alleine. Es erfordert über Firmen-und Ländergrenzen hinweg Zusammenarbeit mit Zulieferern, Mitbewerbern, Wissenschaft, Interessengruppen, Handel und Behörden.

Nachhaltigkeitsverbände können dabei helfen. Aber auch hier sieht es in Deutschland mau aus. „Es gibt zwar viele Initiativen, doch die Gruppen koordinieren ihre Aktivitäten kaum, bearbeiten jeweils nur ihr Terrain und zögern sehr, einem internationalen Verband beizutreten“, bemängelt Vandenhende. Daher gab es jahrelang ein großes Loch in dem ansonsten engmaschigen Netz von Corporate Social Responsibility (CSR) Europe. Dem Verband, der den Nachhaltigkeitsgedanken in der Wirtschaft ankurbeln will, gehören 65 Großkonzerne und 18 nationale Unternehmensverbände mit 1500 Mitgliedern an.

Nur Volkswagen ist seit der Grün-dung 1996 dabei. „Um zu vermitteln, dass Nachhaltigkeit nicht Wohltätigkeit ist, sondern zum Geschäft ge-hört und allen nutzt“, erläutert Andreas Büchner, Manager im Brüsseler Verbindungsbüro. Dem Autokonzern biete der Verband nützliche Informationen und Erfahrungsaustausch in Workshops, zum Beispiel zur Frage: Wie bekommt man nachhaltige Produkte besser zum Verbraucher? Doch erst Ende 2003 schloss sich econsense an, das vom Bundesverband der Deutschen Industrie angestoßene Forum Nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft, genauer: einiger deutscher Großkonzerne. Diese verstärken damit ihr Engagement für Dialog und Erfahrungsaustausch. Andere Unternehmen führen seit Jahren Gespräche mit den Brüsselern, aber „trauen sich nicht, in die Vorreiterrolle zu schlüpfen“, wie Vandenhende sagte. Zu Jahresbeginn sprang die BASF über ihren Schatten und trat bei.

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