"Wirtschaftsfaktor Gesundheit"
Zwischen Potenzial und Kostendämpfung

In der deutschen Politik geht es seit den späten 70er-Jahren vor allem um Kostendämpfung, wenn über den Gesundheitsmarkt geredet wird.

HB BERLIN. Ein Sparprogramm jagt das nächste. Gleichwohl haben sich die Gesundheitsbranchen von Krankenhaus bis Medizintechnik und Biotechnologie in aller Stille zum Wachstumsmotor entwickelt. Während die Gesamtwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren (1992 bis 2003) nur um 28,8 Prozent wuchs, stiegen die Gesundheitsausgaben um 44,6 Prozent und überrundeten andere große Wirtschaftszweige. Mit 4,2 Millionen Beschäftigten in über 800 Berufen sind bereits heute mehr Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt als beispielsweise in der Elektroindustrie oder im Maschinenbau.

Mehr als 240 Mrd. Euro werden derzeit jährlich umgesetzt. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen zehn Jahren von knapp über zehn auf über elf Prozent gestiegen. Hinzu kommen die rund 70 Mrd. Euro, die die Bürger inzwischen für Wellness ausgeben – mit steigender Tendenz.

Dieses wachsende Gesundheitsbewusstsein, der immer schnellere medizinisch-technische Fortschritt und die in Zukunft wegen der Alterung der Bevölkerung stark wachsende Nachfrage werden nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, dafür sorgen, dass der Gesundheitsmarkt weiter wächst. „Eine lang anhaltende strukturelle Wachstumsphase auf der Grundlage neuer Technologien zeichnet sich ab. Daran sollte die deutsche Gesundheitsindustrie partizipieren“, fordert Thumann im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wirtschaftsfaktor Gesundheit. Chancen und Potenziale für Deutschland“ hat der BDI deshalb die Veranstaltung genannt, mit der er heute in Berlin dafür werben will, das Gesundheitssystem wachstumsfreundlicher zu gestalten.

Sozialministerin Ulla Schmidt ist als Gastrednerin geladen. Sie sehe das große Wachstumspotenzial, sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt – und anders als ihre Kritiker ist sie der Meinung, dass die aktuelle Gesundheitspolitik dem auch Rechnung trage.

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