Wirtschaftskrise
BMW beschwört die Wende am Automarkt

Nach schweren Einbrüchen auf allen wichtigen Absatzmärkten hofft der BMW-Konzern auf eine Erholung Ende 2009. Kurzfristig hält BMW an einer Kürzung der Produktion fest – Gewinn geht weiter vor Absatz.

VILLACH. Vertriebsvorstand Ian Robertson erwartet bereits im zweiten Halbjahr eine Erholung in den USA. „Die massiven Konjunkturprogramme werden greifen“, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Ich gehe davon aus, dass sich der US-Markt als Erster erholt. Die Wende könnte dort schon im zweiten Halbjahr beginnen“. Eine konkrete Absatzprognose für BMW vermied Robertson allerdings.

Die Wirtschaftskrise hat die Münchener wie die Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt hart getroffen. Im Januar lagen die Verkäufe der drei großen deutschen Premiumhersteller im Schnitt um ein Viertel unter Vorjahr. BMW hat für Februar und März Kurzarbeit für seine wichtigsten Werke angekündigt. Immerhin konnte BMW am Freitag die Märkte für das abgelaufene Jahr 2008 beruhigen. Nach zwei vorausgegangenen Gewinnwarnungen berichtete der Konzern von einem „deutlich positiven Jahresergebnis“. Mit einem Plus von elf Prozent zogen die Münchener den Markt nach oben.

Trotz Krise bekräftigte Robertson die mittelfristige Absatzplanung. Demnach wollen die Münchener 2012 rund 1,8 Millionen Autos verkaufen, 350 000 mehr als heute. Um das zu schaffen, muss vor allem auf dem US-Markt eine schnelle Wende eintreten. Auf dem immer noch größten Automarkt der Welt wird jeder vierte BMW oder Mini verkauft. Damit sind die Münchner deutlich abhängiger von den US-Verkäufen als Mercedes oder Audi. Bis 2012 will BMW eine Mrd. Euro in den USA investieren, vor allem um sein Werk in Spartanburg in South Carolina auszubauen.

Kurzfristig wird auf Sicht gefahren. „Die nächsten Monate werden wir nur produzieren, was wir auch verkaufen können“, sagte Robertson mit Blick auf das erste Halbjahr. Nachdem der Absatz 2008 bereits um 4,3 Prozent auf 1,45 Millionen Autos einbrach, dürfte vor allem das erste Quartal nach dem verheerenden Januar tiefrot ausfallen. BMW kürzt weiter die Produktion. Rund 38 000 Autos werden im ersten Quartal weniger gebaut, nach einer Kürzung von 65 000 im zweiten Halbjahr 2008. Robertson schloss weitere Einschnitte nicht aus. „Profitabilität geht vor Absatz“, betonte der Brite.

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