Wirtschaftskrise
Drägerwerk rechnet mit Gewinneinbruch und Entlassungen

Was, wenn nicht die Wirtschaftskrise? Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Drägerwerk rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinneinbruch. Für das geplante Sparprogramm gab es Grünes Licht - und damit wohl auch für Entlassungen.

HB LÜBECK. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter Drägerwerk rechnet trotz eines aufgelegten Sparprogramms samt erwartetem Stellenabbau in diesem Jahr mit einem Gewinneinbruch. Das operative Ergebnis (EBIT) werde aufgrund der Wirtschaftskrise "deutlich" unter dem Vorjahr und auch den Analystenerwartungen von 97,5 Mio. Euro liegen, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Montag in Lübeck mit. 2008 hatte das Unternehmen vor Einmaleffekten einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 130,5 Mio. Euro erzielt. Grund sei ein erwarteter Umsatzeinbruch von rund fünf Prozent sowie eine Verschiebung des Geschäfts hin zu ertragsschwächeren Produkten. Diese Effekte könnten nicht durch Kapazitätsanpassungen und ein eingeleitetes "Turnaround-Programm" kompensiert werden.

Für das geplante Sparprogramm gab der Aufsichtsrat am Montag grünes Licht. Es umfasst 400 Einzelmaßnahmen und werde voraussichtlich auch Entlassungen mit sich bringen, hieß es seitens des Unternehmens. Der Vorstand werde kurzfristig mit den Arbeitnehmervertretern Verhandlungen aufnehmen und Vorschläge machen, "um durch einen Solidarpakt aller Mitarbeiter die Zahl der notwendigen Entlassungen so gering wie möglich zu halten", hieß es. Insgesamt sollen 60 Prozent der Ergebnisverbesserungen durch Sachkostenprojekte erreicht werden, 30 Prozent durch Personalmaßnahmen und zehn Prozent durch Erlösoptimierung.

Mit Hilfe dieses Sparprogramms will Drägerwerk von 2011 an einen positiven Ergebniseffekt von 100 Mio. Euro erzielen. Trotz des erwarteten Gewinneinbruchs sollen jedoch die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf dem gleichen Niveau wie 2008 gehalten werden. In der Medizintechnik sollen 13 neue Produkte in den Markt eingeführt werden, in der Sicherheitstechnik 16. Im Späthandel auf dem Frankfurter Parkett war die Aktie ins Minus gedreht und schloss bei 21,18 Euro. Auf Xetra hatte sie mit plus 0,96 Prozent auf 22,10 Euro geschlossen.

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