Wirtschaftskrise
Pharmariesen auf getrennten Wegen

Schlechte Nachrichten aus der Pharmabranche: Einige Blockbuster laufen gut, aber die Branche insgesamt wächst kaum. Jetzt zeigen sich deutliche Unterschiede in der Performance einzelner Unternehmen.

FRANKFURT. Für die Pharmabranche hat das neue Jahr überwiegend so begonnen, wie das alte aufhörte: mit rückläufigen Wachstumsraten und deutlichen Unterschieden in der Performance der einzelnen Unternehmen. Darauf jedenfalls deuten die ersten Quartalszahlen aus der Branche, die in den vergangenen beiden Tagen die US-Konzerne Johnson & Johnson (J&J) und Abbott Laboratories vorlegten.

Während J&J im Medikamentengeschäft einen Umsatzrückgang von insgesamt zehn und währungsbereinigt rund fünf Prozent verbuchte, konnte Abbott im Pharmabereich trotz verstärkter Generika-Konkurrenz bei einigen Altprodukten immerhin noch ein leichtes Plus ausweisen. Glanzlicht war allerdings die Medizintechniksparte, deren Erlöse dank des Erfolgs mit medikamenten-beschichteten Stents (Metallgeflechten zum Offenhalten von Adern) fast um die Hälfte zulegten.

Insgesamt stagnierte der Abbott-Umsatz im ersten Quartal bei 6,7 Mrd. Dollar, wobei die Dollar-Aufwertung rund sechs Prozentpunkte Wachstum kostete. Der Betriebsgewinn lag mit gut einer Mrd. Euro um sieben Prozent unter Vorjahresniveau. Der Nettogewinn verbesserte sich dagegen dank der Auflösung von Rückstellungen um die Hälfte auf gut 1,4 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr stellt Abbott weiterhin ein zweistelliges Gewinnwachstum in Aussicht.

Grundlage für die relativ starke Performance von Abbott ist neben dem Erfolg der Stents vor allem der Pharmabestseller Humira, ein Rheuma-Medikament, das der Konzern vor Jahren zusammen mit der BASF-Pharmasparte erworben hatte. Der Biotech-Wirkstoff lieferte im ersten Quartal mit gut einer Mrd. Dollar mehr als ein Viertel der gesamten Pharmaererlöse von Abbott und dürfte im Gesamtjahr nach Erwartung des US-Konzerns um 25 bis 30 Prozent zulegen, genug um Umsatzverluste bei einigen patentfreien Substanzen wie dem Epilepsie-Mittel Depakote zu kompensieren.

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