Wirtschaftskrise
Siemens stockt Kurzarbeitergeld auf

Siemens stockt für seine Mitarbeiter das Kurzarbeitergeld auf. Bis April rechnet der Konzern mit einem deutlichen Anstieg der Kurzarbeiterzahl. Zuvor hatte Konzernchef Peter Löscher gesagt, er halte weitere Sparmaßnahmen für möglich.

HB MÜNCHEN. Im Rahmen einer Betriebsvereinbarung garantiere der Konzern den Kurzarbeitern im Haus 85 Prozent des letzten Nettoeinkommens statt der gesetzlichen Untergrenzen von 60 bis 67 Prozent, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Regelung gelte bis Ende September 2010.

Derzeit arbeiten 4600 Siemens-Beschäftigte von insgesamt 131 000 in Deutschland kurz, vor allem bei der Lichttechniktochter Osram und in den Sparten Industrieautomatisierung und Maschinenbauzulieferung. Bis April rechnet Siemens mit einem Anstieg der Kurzarbeiterzahl im Konzern auf 7400. Mit weitergehenden Prognosen hält sich das Unternehmen bislang zurück.

Zuvor gab Konzernchef Peter Löscher bekannt, er halte weitere Sparmaßnahmen für möglich. „In Geschäften, die auf die Automobil-, die Stahl- oder die Bauindustrie sowie den Maschinenbau ausgerichtet sind, spüren wir Gegenwind“, sagte er dem „manager magazin“. Zur Frage, wie er ein weiteres Abgleiten der betroffenen Bereiche verhindern wolle, erklärte Löscher: „Wir werden uns entschlossen anpassen.“ Details dazu nannte er allerdings nicht. Insgesamt halte Siemens an seinen Ergebniszielen fest.

Erst kürzlich hatte auch Siemens-Finanzchef Joe Kaeser weitere Einsparungen wegen der Krise nicht ausgeschlossen. Das weitere Vorgehen sei dabei von der Nachfrageentwicklung abhängig, sagte Kaeser. Zuvor hatte der Konzern angekündigt, bis April rund 7400 Beschäftigte in Kurzarbeit zu schicken. Betroffen sind neben den Werken in Cham, Amberg und Neustadt an der Saale vor allem Standorte der Siemens-Tochter Osram. Bei dem Licht-Konzern und in der Industrieautomatisierung hatte Siemens zum Start ins neue Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) Umsatzeinbußen verbucht.

Weitere konzernübergreifende Sparprogramme seien nicht geplant, sagte Löscher. „Es ist Sache der Chefs der einzelnen Divisionen, ihre Geschäfte so zu betreiben, dass sie erfolgreich sind.“ Ein Schwerpunkt der Optimierung liege jetzt auf dem Einkauf, den Vorstandsmitglied Barbara Kux seit November verantwortet. Das entsprechende Programm werde derzeit entwickelt, sagte Löscher. Dabei gehe es nicht darum, Zuliefererfirmen „zu drangsalieren“. „Stattdessen wird Siemens beispielsweise mit den Lieferanten künftig früher und enger bei der Entwicklung und Vereinfachung von Produkten zusammenarbeiten. Das Programm ist ein Hebel für uns, aber kein Knebel für die Lieferanten“, betonte Löscher.

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