Wirtschaftskrise
Thyssen-Chef schließt Kündigungen nicht aus

Wenig ist geblieben von der Idee, dass die großen Konzerne in Zeiten der Krise ihren Beschäftigen wenigstens stabile Job-Aussichten geben. Jetzt hat auch der Chef des Thyssen-Krupp-Konzerns, Ekkehard Schulz, gegen eine Job-Garantie ausgesprochen.

HB FRANKFURT. Einen expliziten Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen will Schulz nicht aussprechen. "Das kann man einfach nicht zusagen", sagte Schulz dem Magazin "Focus" laut Vorabmeldung. "Ich halte das nicht für belastbar, denn ein Unternehmer kann zwei Dinge nicht garantieren: Standorte und Arbeitsplätze. Das geht nicht." Es sei unverantwortlich, eine solche Garantie abzugeben. Für den eigenen Konzern, der im Stahlbereich unter einem massiven Auftragsrückgang leidet, schloss Schulz betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. "Wenn sich die Lage dramatisch verschlechtert, müssen wir die Freiheit haben, uns von einem kleinen Teil der Mitarbeiter zu trennen, um den größten Teil der Arbeitsplätze zu sichern."

Schulz warnte auch vor einer anhaltenden Beteiligung des Staates an kriselnden Unternehmen: "Wir wollen nicht zurück in eine Staatswirtschaft. Das kann nur eine Übergangslösung sein." Die Bundesregierung solle vielmehr die Finanzierung von Großprojekten wie beispielsweise den Verkauf von Kriegsschiffen ins Ausland unterstützen. "Da könnte die Politik mit entsprechenden Bürgschaften uns zur Seite stehen." Derzeit verhandle der Thyssen-Krupp-Konzern mit Algerien, Korea, Pakistan und Türkei über die Lieferung von Schiffen. "Ob wir oder die Franzosen die Aufträge bekommen, steht und fällt auch mit der Finanzierung und der Bereitstellung von Bankbürgschaften." Thyssen-Krupp würde entsprechende Finanzhilfen annehmen, wenn sie zur Verfügung stünden, so Schulz weiter.

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