Wirtschaftsvereinigung
Prognosen: Stahlbranche wächst weiter kräftig

Von einer Abkühlung am Stahlmarkt kann keine Rede sein: Jüngsten Prognosen der Wirtschaftsvereinigung Stahl zufolge dürfte die Branche bis ins kommende Jahr hinein weiter deutlich zulegen. Auch in Deutschland soll es weiteres Wachstum geben.

HB HANNOVER. Die internationale Stahlproduktion wird nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung Stahl im laufenden und im kommenden Jahr um jeweils sechs Prozent wachsen. Auch in Deutschland werde die Produktion 2007 weiter zulegen, sagte Verbandschef Dieter Ameling am Montag auf der Hannover Messe. Im ersten Quartal sei sie bereits auf Rekordniveau gestiegen.

In den Monaten Januar bis März sei in Deutschland mit 12,3 Millionen Tonnen 9,5 Prozent mehr Rohstahl hergestellt worden als im Vorjahreszeitraum. Die Auslastung der deutschen Stahlproduzenten liege derzeit bei 95 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Verband aber mit einer Abschwächung der Nachfrage, da bestehende Lagerbestände abgebaut werden dürften. „Es ist nach stürmischem Beginn mit einer Beruhigung im Jahresverlauf zu rechnen“, sagte Ameling.

Im Gesamtjahr werde die deutsche Stahlproduktion dennoch mit 47,5 bis 48 Mill. Tonnen höher als im Vorjahr ausfallen, als 47,2 Millionen Tonnen hergestellt wurden. Als Wachstumstreiber sieht der Verband vor allem die Bereiche Maschinenbau, Stahlumformung und die Rohrindustrie. Insgesamt dürfte die Nachfrage der stahlverarbeitenden Branchen 2007 um 2,8 Prozent wachsen.

Weltweit rechnet der Verband im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Produktion auf 1,18 Milliarden Tonnen und 2008 dann auf 1,25 Milliarden Tonnen. Ein Großteil dieses Zuwachses werde weiter auf China als Wachstumsmotor entfallen. Auch ohne Berücksichtigung Chinas werde der Markt aber 2007 um 2,5 und 2008 um vier Prozent wachsen, so Ameling.

Trotz der boomenden Produktion ist die Beschäftigung in der Branche im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Ende 2006 seien 90 500 Mitarbeiter in der deutschen Stahlproduktion beschäftigt gewesen, 500 weniger als ein Jahr zuvor, sagte Ameling. Mit einem nennenswerten weiteren Rückgang rechne er im laufenden Jahr aber nicht. In den kommenden Jahren sei wegen der weiter steigenden Produktivität aber mit einem weiteren Stellenabbau zu rechnen. Sorge bereiten dem Verband weiter die steigenden Stahlexporte Chinas. 2006 seien bereits 15 Prozent der chinesischen Stahlausfuhren nach Europa gegangen. „Die Chinesen haben statt wie versprochen die Exporte zu reduzieren sie weiter ausgebaut“, sagte Ameling. „Das spricht dafür, dass auch in China die Produktion mittlerweile höher ist als die eigene Nachfrage.“

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