Wohl doch kein Verkauf
VW steckt Milliarden in Seat

Volkswagen steht offenbar allen anderslautenen Spekulationen zum Trotz zu seiner schwächelnden spanischen Tochter Seat. In den nächsten zehn Jahren will der Wolfsburger Autokonzern 5 Mrd. Euro investieren. Im Gegenzug müssen die Mitarbeiter wohl Opfer bringen.

HB GENF/HANNOVER. Zunächst seien jährlich rund 480 Mill. Euro geplant, sagte ein Seat-Sprecher am Dienstag. Den Beschluss habe der VW-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am vergangenen Freitag gefasst. Damit dürften die andauernden Spekulationen über eine mögliche Trennung von Seat vom Tisch sein. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, VW erwäge den Verkauf der Marke an einen der aufstrebenden chinesischen Autobauer.

Bereits am Vortag hatte Seat erklärt, VW habe grünes Licht für Maßnahmen gegeben, die die Zukunft der spanischen Tochter sichern sollen. So soll der aktuelle Toledo durch eine sportliche Limousine ersetzt werden. Im Werk Martorell soll bereits 2008 die neue Version des erfolgreichen Kleinwagens Ibiza vom Band laufen. Außerdem soll eine Allrad-Version des Minivans Altea auf den Markt kommen. „Mit diesen neuen Modellen hoffen wir, die Produktion in Martorell zu steigern und die Gewinnschwelle zu erreichen“, erklärte Seat. In Martorell bei Barcelona produzierte Seat im vergangenen Jahr 408 000 Autos, 23 000 mehr als im Vorjahr.

Die VW-Entscheidung über den Sanierungsplan sei ein Vertrauensvotum für die Marke Seat, betonte Seat-Chef Erich Schmitt. Die Sanierung der seit Jahren schwächelnden spanischen VW-Tochter fordert allerdings auch Opfer. In Gewerkschaftskreisen hieß es, Seat wolle noch einmal rund 1 300 Stellen streichen. Das ist ein Zehntel der gesamten Belegschaft. Seat äußerte sich dazu nicht und teilte lediglich mit, die Konzernführung wolle Entlassungen vermeiden.

Vor einigen Jahren hatte eine Modelloffensive der VW-Tochter nur mäßiges Echo der Kunden gefunden. Wegen sinkender Umsätze, Streiks und Investitionen schrieb Seat 2005 einen Verlust von 62,5 Mill. Euro. Dies hatte Gerüchte ausgelöst, VW wolle die Verluste schreibende Tochter wieder loswerden. Seat einigte sich Ende 2005 mit den Gewerkschaften auf die Streichung von 660 Stellen. Im vergangenen Jahr war der Verlust auf knapp 50 Mill. Euro geschrumpft.

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